ErziehungEltern lesen ihren Kinder zu wenig vor und das kann fatale Folgen haben

Kindern, mit denen viel gesprochen und denen täglich vorgelesen wird, sind anderen Kindern in ihrer Entwicklung voraus. Doch leider kommt das viel zu kurz. Wie wenig Zeit viele Eltern tatsächlich aufwenden, ist erschreckend. 

Inhalt
  1. Eltern sprechen viel zu wenig mit ihren Kindern
  2. Vorlesen prägt das Sprachgefühl ganz entscheidend 
  3. 10 Gründe, warum Vorlesen so wichtig ist 

Es ist mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass Kindern denen regelmäßig vorgelesen wird, häufig besser sprechen können und auch einfacher und schneller selber lesen lernen. Der Grund ist ganz einfach: Je früher Kinder mit der Sprache in Berührung kommen, desto früher bekommen sie ein eigenes Gespür dafür, haben später einen größeren Wortschatz. Wird ihnen regelmäßig von den Eltern vorgelesen, entwickeln sie schneller als andere Kinder den Ansporn selbst lesen zu können. Doch leider kommt diese Zeit viel zu kurz. 

 

Eltern sprechen viel zu wenig mit ihren Kindern

Laut dem Statistischen Bundesamt wenden die Väter in Deutschland täglich rund 51 Minuten für Kinderbetreuung auf. Drei Minuten davon reden sie mit ihren Kindern oder lesen ihnen vor. Und die Mütter? Sie verbringen im Schnitt 105 Minuten mit der Kinderbetreuung und lesen bwz. reden rund 8 Minuten am Tag mit ihren Kindern. Ein Durchschnittwert, der auf den ersten Blick erschreckt.

Doch es gilt zu bedenken, dass viele Eltern berufstätig sind. Die Zeit mit der Familie gerade unter der Woche knapp bemessen ist. Und es geht um die Qualitätszeit, die man mit seinem Kind verbringt. Viele Eltern wünschen sich mehr Zeit mit ihren Kindern: immerhin jeder zweite erwerbstätige Vater und jede vierte erwerbstätige Mutter. 

 

Vorlesen prägt das Sprachgefühl ganz entscheidend 

Laut der Universität von Chicago profitieren schon die Kleinsten vom Vorlesen. Kinder mit 20 Monaten denen vorgelesen wurde, kennen im Durchschnitt 131 zusätzliche Wörter, als Kindern denen nicht vorgelesen wurde. Und dieser Vorsprung wächst über die Jahre weiter. Mit 2 Jahren beherrschen sie schon 291 Wörter mehr, als Kinder die nicht regelmäßig eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen bekommen. 

Durch die Erzählungen merken sich Kinder neue Ausdrücke und prägen sich anspruchsvollere Satzmuster ein. Ein weiterer positiver Nebeneffekt sind bessere Schulnoten, unabhängig vom Bildungsgrad ihrer Eltern.

 

10 Gründe, warum Vorlesen so wichtig ist 

  1. Zeit zum Kuscheln: Vorlesen stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kind. Denn was gibt es Schöneres als gemeinsam zu kuscheln und zusammen ein Buch anzuschauen? 
  2. Konzentration: Zuzuhören und sich Details einer Geschichte zu merken, fördert die Konzentration und die Merkfähigkeit und erleichtert  später das Lernen. 
  3. Fantasie: Geschichten erlauben Kindern in andere Welten einzutauchen und fördern die Vorstellungskraft. 
  4. Großer Wortschatz: Kinder, denen viel vorgelesen wird, lernen ihre Gedanken schneller in Worte zu fassen. Sie sprechen früher und haben meist einen größeren Wortschatz. 
  5. Bücher erweitern den Horizont: Lesen macht schlau. Schon die Kleinsten kommen mit neuen Themen und Wörtern in Berührung, fragen nach und entdecken die Welt. 
  6. Einfühlungsvermögen: Das Kind lernen sich in verschiedene Rollen hineinzuversetzen. Entwickeln Empathie für die Romanhelden. Das färbt sich auch auf den Alltag ab. 
  7. Konflikte bewältigen: Die meisten Kinderbücher greifen Alltagssituationen auf, zum Beispiel ein Streit mit einem Spielkameraden. Und sie zeigen Lösungswege auf, die das Kind selbst in Tat umsetzen kann. 
  8. Gemeinsam lachen: Lustige Reime, witzige Geschichten. Vorlesen bedeutet, auch mit seinem Kind zu lachen. Unbezahlbare Momente!
  9. Wenig Aufwand: Schon 15 Minuten Vorlesen am Tag genügen, um ein Kind richtig zu fördern. 
  10. Lesefreude: Wenn Kindern regelmäßig vorgelesen wird, senkt das auch das Risiko, dass sie später ein Lesemuffel werden. 

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