LebenEndlich eigene Ideale leben!

Monika (53) betreut mit ganzem Herzen alte Menschen und gibt ihnen das, was sie sich neben der Pflege wirklich wünschen Zeit, Zuwendung und Aufmerksamkeit.

Als Chefin muss Monika auch Büroarbeit machen
Als Chefin muss Monika auch Büroarbeit machen

Monika hat Zeit. Bei einer Tasse Kaffee hört sie sich Sorgen an, hilft dabei, Formulare auszufüllen und hat auch kein Problem damit, in Notlagen für ihre Senioren auch mal einkaufen zu gehen oder den Hund Gassi zu führen. Als Chefin ihrer Firma „Seniorenbetreuung und Pflege“ betreut sie mit ihren 14 Mitarbeiterinnen über 60 alte Menschen in ihren Wohnungen und Häusern. Für Monika, die von allen nur liebevoll „Moni“ genannt wird, ist es mehr als ein Job. Es macht sie glücklich, weil sie liebt, was sie tut. Das war nicht immer so. Schon 2000, gleich nach ihrer Scheidung, gründet Moni einen Pflege- und Betreuungsdienst und lernt schnell den bitteren Alltag dieser Branche kennen. Pro Patient gibt es nur ein bestimmtes Budget. „Die Zeit reicht gerade für das Nötigste: Waschen, Anziehen, Bett machen. Dann kommt schon‚ der nächste‘ dran“, beobachtet Monika und wird damit immer unzufriedener.

Sie hat eine andere Vorstellung davon, wie man Menschen an ihrem Lebensabend betreuen sollte. Aber erst mit Mitte Vierzig kann sie zeigen, dass es auch anders geht. „Ich dachte, wenn ich meine Ideale leben will, dann jetzt. Ich wollte mich nicht länger verbiegen und gegen meine Überzeugung handeln. Ich war in einem Alter, in dem man authentisch sein möchte. Zu dem stehen, was man tut, und zwar mit ganzem Herzen. Das war mir jetzt wichtiger, als möglichst schnell und einfach Geld zu verdienen.“ Sie schreibt ein neues Betriebs- Konzept, das neben der Pflege viel Raum für die persönliche Betreuung ihrer Kunden lässt. 2011 erhält sie vom Ministerium die Zulassung, darf damit auch die „pflegeferne Betreuung“ abrechnen und hat seitdem endlich die ersehnte Zeit für ihre alten Menschen.

„Wie schafft sie das alles?“ Monika schmunzelt: „Ich sehe nicht auf die Uhr und nicht ständig auf die Abrechnungen, sondern auf meine Kunden. Das ist das ganze Geheimnis.“

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