LebenslügeErfundener Krebs: Bloggerin Belle Gibson muss Strafe zahlen

Die Bloggerin Belle Gibson verdiente ihr Geld vor zwei Jahren mit einer Lüge: Sie gab vor, an einem Gehirntumor zu leiden. Jetzt muss die Australierin 275.000 Euro Strafe zahlen.

Inhalt
  1. Belle Gibson belog tausende Menschen
  2. Das Kartenhaus der Belle Gibson brach zusammen
  3. Geldstrafe von 275.000 Euro

Unfassbar, was Menschen für Ruhm, Geld und Aufmerksamkeit tun: Belle Gibson gab zwei Jahre lang vor, ihren eigenen Krebs geheilt zu haben. Nun wurde die Australierin zu einer Geldstrafe verdonnert.

Erfundener Krebs: Bloggerin Belle Gibson muss Strafe zahlen
Die Bloggerin Belle Gibson gab vor an einem Gehirntumor zu leiden. Nun muss sie 275.000 Euro Strafe zahlen. 
Foto: iStock

Aber von vorne: Im März 2013 begann die Lügengeschichte der Belle Gibson. Die damals 23-Jährige erzählte auf ihrer Website "The Whole Pantry", dass Ärzte bei ihr 2009 einen bösartigen Gehirntumor feststellten und ihr nur noch wenige Monate zum Leben gaben. Belle erzählte, sich selbst mit alternativen Heilmethoden und gesunder Ernährung von dem Krebs befreit zu haben. Eine Operation und eine Chemotherapie habe sie nicht gehabt.

 

Belle Gibson belog tausende Menschen

Tausende Menschen folgten der Frau aus dem australischen Melbourne, die fortan Bilder von sich und ihrem kleinen Sohn in den sozialen Netzwerken und auf ihrem Blog postete. Sie schrieb über ihre Ernährungsweise, die Zahl der Follower wuchs. Ihre Fans glaubten ihr die Geschichte über die wundersame Heilung des Krebses, die so viel Hoffnung versprach. 

Belle Gibson schloss ihren Blog und brachte eine App mit demselben Namen heraus. Apple kürte diese zur besten Food-App des Jahres 2013. Kurz darauf veröffentlichte die Australierin mit den langen blonden Haaren und dem Nasenpiercing das Kochbuch "The Whole Pantry" mit eigenen Rezepten - es wurde ein Beststeller. Die Menschen liebten die Frau, die den Krebs scheinbar auf natürliche Weise heilen konnte.

 

Das Kartenhaus der Belle Gibson brach zusammen

Die Bloggerin nahm umgerechnet 300.000 Euro mit ihrer Krebs-Lüge ein und gab an, einen Großteil an wohltätige Zwecke spenden zu wollen. Doch allmählich brach das Kartenhaus zusammen, als aufflog, dass sie nur 7000 Euro gespendet hatte. Journalisten fragten sie nach ärztlichen Bescheinigungen, die sie nicht hatte und Leser stellten ihr spezifische Fragen zu ihrem Tumor, die sie nicht beantworten konnte.

 

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Geldstrafe von 275.000 Euro

In der „Australian Women’s Weekly“ gestand Belle 2015 schließlich, alles erlogen zu haben. Sie hatte nie einen Tumor und kenne sich mit Krebs auch nicht aus. Aber sie lebe gluten- und koffeinfrei. 

Jetzt verurteilte ein Gericht in Melbourne die Australierin zu umgerechnet 275.000 Euro Strafe wegen vorsätzlicher Täuschung. Belle Gibson zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Aber diese Lüge wird man wohl nie vergessen.

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