#SorryNotSorryErziehung: "Warum ich meiner Tochter beibringe, sich NICHT für alles zu entschuldigen!"

"Danke" und "Bitte" sollten zum Repertoire einer jeden Erziehung gehören! Doch was ist mit Entschuldigungen? Eine Mutter berichtet, warum sie ihre Tochter dazu erzieht, sich nicht für alles und jeden zu entschuldigen.

Inhalt
  1. "Tut mir leid" sollten Frauen aus ihrem Wortschatz streichen
  2. Frauen entschuldigen sich immer für alles - das ist falsch!
  3. Frauen sollten für ihren Platz in der Welt einstehen

"Tut mir leid..." - diese drei Wörter gehören für Millionen Frauen auf der Welt zu den meist ausgesprochensten am Tag. Sie entschuldigen sich, wenn sie angerempelt werden (!); sie entschuldigen sich, wenn sie eine andere Meinung haben, als der Gesprächspartner; sie entschuldigen sich, wenn sie auf die Wünsche anderer Menschen nicht eingehen können oder möchten; ja sie entschuldigen sich sogar, wenn sie auf's Klo gehen müssen.

 

"Tut mir leid" sollten Frauen aus ihrem Wortschatz streichen

Die Psychologin und Mutter Dr. Emma J. Wood wollte ihrer 3-jährigen Tochter ein Leben voller Entschuldigungen ersparen. Sie entschied, ihrer Tochter von klein auf beizubringen, sich eben nicht für alles zu entschuldigen - und die drei Wörter nur dann zu benutzen, wenn sie wirklich angebracht sind.

In dem Online-Magazin Ravishly beschreibt sie, was sie dazu bewogen hat, ihrem Mädchen das ständige Entschuldigen abzugewöhnen:

"Meine älteste Tochter Sophie ist nicht einmal 3 Jahre alt - und sie ist bezaubernd. (...) Von einem Tag auf den anderen, begann sie aber, sich ständig für alles zu entschuldigen. Als Feministin habe ich mich direkt gefragt: Was habe ich bloß falsch gemacht? (...) Was mir in diesem Moment Angst gemacht hat, war der Gedanke, dass ich ihr als Vorbild eine Kultur vorgelebt habe, in der sich Frauen für alles immer entschuldigen. Die Worte Es tut mir leid als eine Art sozialer Standard, eine weibliche Form des Oh."

 

Frauen entschuldigen sich immer für alles - das ist falsch!

Weiter erklärt sie, wie oft sie im Alltag Frauen begegnet, die ihre Tut mir leids in Präsentationen, Meetings, Gesprächen und Beiträgen wie aus der Pistole geschossen einfließen lassen. "Ich weiß, ich tue es selbst! Und wenn ich mich dabei ertappe, ermahne ich mich: Du hast keinen Grund, dich für deinen Platz in der Gesellschaft zu entschuldigen!"

Die Psychologin fragt sich auch: Warum neigen so viel mehr Frauen dazu, sich ständig zu entschuldigen, als Männer? Sie nahm Studien und Untersuchungen zu diesem Thema genauestens unter die Lupe. Das Ergebnis: "Frauen glauben schneller, jemanden anzugreifen, als es Männer tun. Sie haben eher das Gefühl, etwas Falsches getan zu haben."

Aber kann das sein? Machen Frauen wirklich mehr falsch als Männer? Emma kommt zu dem Schluss: Nein - ganz im Gegenteil! Zahlreiche Studien belegen, dass Frauen im Schnitt altruistischer und empathischer sind als Männer, weniger Verbrechen begehen und sich mehr umeinander sorgen, als es unter Männern der Fall ist. "Das bedeutet auch", resultiert Emma, "dass ein Tut mir leid als eine Art Lückenfühler - etwa wenn in einem Gespräch Stille aufkommt, wenn man das Thema wechselt oder eine Präsentation hält - das Resultat einer Kultur ist. Einer Kultur, die Frauen dazu bringt, die Welt als etwas Externes wahrzunehmen - was die Auswirkung hat, dass sie glauben, sie müssen sich ihrer 'Frauenrolle' in dieser Welt angemessen verhalten."

 

Frauen sollten für ihren Platz in der Welt einstehen

Als Emmas Tochter ihre Tut mir leid-Phase hatte, bemerkte sie, dass die Kleine einfach alles nachplappert und nachmacht, was sie bei Erwachsenen sieht - in erster Linie alles von ihrer Mama. "Ich danke Gott dafür, dass meine Tochter es noch nicht verinnerlicht hat. Aber es zeigt mir auch, dass ich mich ändern muss," lautet Emmas Entscheidung. "Ich glaube, wir müssen uns alle selbst verbessern - für uns, für unsere Töchter, Freundinnen, Mütter, Kolleginnen. Wir müssen lernen, den Platz in der Welt einzunehmen, der uns zusteht, uns gegenseitig aufzubauen. Und wir müssen soziale Konstrukte und Gedanken bekämpfen, die uns weismachen wollen, dass Frauen nur dafür da sind, um anderen zu assistieren und möglichst wenig Ansprüche zu stellen."

Emmas abschließende Worte regen zum Nachdenken an: "Was, wenn ich nur meinem Herzen folge und aufhöre, mich für alles zu entschuldigen? Ich glaube, ich kann dann wunderbare Dinge vollbringen. Und ich glaube, meine Tochter Sophie wird zu einer starken und selbstbewussten Frau aufwachsen."

Übrigens: Der Twitter-Hashtag #SorryNotSorry geht inzischen um die Welt.

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