Corona-KriseEU-Gipfel: Merkel reichts! Immer noch keine Einigung

Angela Merkel versucht sich immer noch mit den anderen Staatschefs zu einigen. Doch so langsam scheinen auch bei der Kanzlerin die Nerven blank zu liegen. 

Es könnte der bisher längste EU-Gipfel der Geschichte sein. Noch immer tagen die 27 EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel zur Corona-Krise. Der Sondergipfel, bei dem es um den Haushalt und die Corona-Hilfen von 1,8 Billionen Euro (!) geht, sollte ursprünglich nur Freitag und Samstag andauern. Kein Wunder, dass die Nerven aller so langsam angeschlagen scheinen. So soll Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wegen Österreichs Kanzler Sebastian Kurz die Hutschnur geplatzt sein. Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scheint an ihre Grenzen zu kommen. 

 

Angela Merkel: Erst sauer, dann optimistisch

Während der stundenlangen Verhandlungen soll Macron Österreichs Kanzler kritisiert haben, weil dieser zum Telefonieren den Raum verlassen hatte. Kurz sei laut Bild-Informationen beleidigt gewesen. Macron solle laut Tagesschau sogar auf den Tisch gehauen haben. Außerdem soll Macron die "sparsamen Länder" (Österreich, Niederlande, Schweden, Dänemark und Finnland) kritisiert haben, da sie weniger Zuschüsse bereitstellen wollen. Deutschland und Frankreich würden dagegen "für das Interesse Europas" kämpfen. Doch die anderen fünf Länder, seien "egoistisch" und würden keinerlei Zugeständnisse machen. So soll statt 500 Millionen Euro Zuschuss, nur noch über 390 Millionen diskutiert werden - eindeutig zu wenig für Macron, der zusammen mit Merkel 750 Millionen Hilfsgelder vorgeschlagen hatte.

Die Zeitung berichtet auch, dass Merkel gestern Abend (19. Juli) sauer darüber gewesen sei, dass so viele Informationen des Gipfels an die Medien geraten.

EU-Gipfel: Merkel reichts! Immer noch keine Einigung
Bei Angela Merkel scheinen die Nerven blank zu liegen. 
Foto: Omer Messinger/Getty Images
 

Fortschritt bei den Verhandlungen

Heute Mittag (20. Juli) zeigt sich die Kanzlerin dann wieder optimistisch: "Wir haben gestern Nacht nach langer Verhandlung einen Rahmen für eine mögliche Einigung erarbeitet. Das ist ein Fortschritt", sagte Merkel in Brüssel und räumt ein: "Es war klar, dass es unglaublich harte Verhandlungen gibt. Die werden sich auch heute noch fortsetzen. Aber außergewöhnliche Situationen erfordern eben auch außergewöhnliche Anstrengungen.“ Merkel hoffe, "dass die verbleibende Wegstrecke, die nicht einfach werden wird, auch noch von uns zurückgelegt werden kann."

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