Potentieller KrankheitsüberträgerExotische Mückenart Aedes koreicus siedelt sich in Wiesbaden an

Mit der Aedes koreicus hat sich eine neue exotische Mückenart in Deutschland niedergelassen, die Krankheiten übertragen kann. Das Insekt wurde in Wiesbaden entdeckt.  
 

Die milden Temperaturen, mit denen wir 2019 bisher verwöhnt wurden, boten nicht nur zahlreiche Sonnentage, sondern auch das ideale Überwinterungswetter für Mücken. Schon 2018 hatten wir es nach viel Sonnenschein zu Jahresbeginn mit einer nervigen Mückenplage zu tun. Jetzt gibt es neue schlechte Nachrichten: Nach der Asiatischen Tigermücke und der Asiatischen Buschmücke konnte sich eine dritte exotische Mückenart in Deutschland ansiedeln. Im hessischen Wiesbaden haben Wissenschaftler vier Exemplare der Aedes koreicus nachgewiesen. 

 

2015 in Deutschland entdeckt, 2019 immer noch da 

Wie die Wissenschaftler*innen der Senckenberg Gesellschaft und der Goethe-Universität im Fachmagazin "Parasitology Research" bestätigten, konnten sie eine Population der exotischen Mückenart, die ursprünglich aus Ostasien stammt, in Hessen nachweisen. Da die Aedes koreicus schon früher in Deutschland gefunden worden war, weiß man nun also: Die Mücke hat erfolgreich überwintert und sich in Deutschland angesiedelt. Zum ersten Mal wurde die Aedes koreicus im Rahmen eines bundesweiten Stechmücken-Monitorings 2015 nahe Augsburg in Bayern entdeckt – damals handelte es sich allerdings nicht um eine Population, sondern lediglich um eine einzelne Mücke. 2017 fanden Wissenschaftler dann im 400 Kilometer entfernten Wiesbaden erneut ein Tier. "Darüber hinaus konnten wir bei Beprobungen im Mai und Juli 2018 an derselben Stelle erneut Larven und Puppen dieser Mückenart nachweisen. Es ist daher wahrscheinlich, dass in Hessen eine ganze Population überwintert hat und diese Mücke langsam anfängt, sich in Deutschland auszubreiten", erklärt Prof. Dr. Sven Klimpel, Parasitologe, Infektionsbiologe und Professor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Bedeutung des Mehrfachfundes.  
Die Wissenschaftler*innen beobachten ab sofort ganz genau, wie sich die Population der Aedes koreicus entwickelt. Denn solange es sich hierzulande nur um ein paar wenige Tiere handelt, gebe es die Möglichkeit, die Mückenart "zurückzudrängen", wie Klimpel betont. "Haben sich die Mücken erst großflächig ausgebreitet, ist diese Chance jedoch vertan."

 

Die Aedes koreicus kann Krankheiten übertragen

Ursprünglich ist die Aedes koreicus in Korea, Japan, China und Teilen Russlands zu Hause. 2008 wurde sie in Belgien gefunden und inzwischen geht das Europäische Seuchenzentrum davon aus, dass sich die Art in Belgien, Italien, Ungarn, in der Schweiz und nun also auch in Deutschland etabliert hat. Das ist deswegen besorgniserregend, da die tagaktive Stechmücke potentiell Krankheiten übertragen kann. "Aedes koreicus kann nachgewiesenermaßen das Virus der Japanischen Enzephalitis übertragen und Laborversuche haben belegt, dass die Mücken das Chikungunya-Virus verbreiten können. Darüber hinaus können die Mücken Menschen mit Fadenwürmern (Dirofilarien) infizieren", erklärt Dr. Antje Steinbrink, Wissenschaftlerin am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und der Goethe-Universität, dazu. 
Ob man sich die exotischen Tiere mit den bekannten Hausmitteln oder mit Pflanzen wie Lavendel, Minze und Basilikum vom Leib halten kann, muss sich noch zeigen. Wir legen dir aber ans Herz, fröhlich nach dem Exot zu schlagen – denn Menschen, die nach Mücken schlagen, werden nachweislich seltener gestochen

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