Vertrauen erschlichenFacebook: Mann gibt sich als Kieferorthopädin aus, um sich an Kindern zu vergehen

Ein Mann gab sich im Internet als Kieferorthopädin aus, um sich das Vertrauen von Frauen und deren Kindern zu erschleichen. Jetzt steht er in Hagen vor Gericht.

Anfang Januar begann der Prozess gegen einen 36-Jährigen im Hagener Landgericht. Der Mann gab sich im Internet als Kieferorthopädin aus, um so gezielt Kontakt zu alleinerziehenden Müttern aufzunehmen.

2013 wurde er bereits wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu einem Jahr Haft verurteilt. 2016 saß er für zwei Jahre und drei Monate abermals hinter Gittern. Er galt als stark rückfallgefährdet und musste sich regelmäßig bei der Polizei melden. Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen schlug der Mann erneut zu.

 

Als falsche Kieferorthopädin auf Facebook

Der Arbeitslose gab sich im Jahr 2018 auf Facebook als „Kieferorthopädin Wohlmeier“ aus und suchte auf diese Weise Kontakt zu alleinerziehenden Müttern. Allerdings lernten diese Frauen die vermeidliche Kieferorthopädin nie im echten Leben kennen. Stattdessen wurde ihnen von ihr ein Therapeut und Masseur vermittelt. Der Täter empfahl sich also selbst an die Mütter seiner jungen Opfer und stellte so den Kontakt her. Er ging mit den Kindern zum Schwimmen und unternahm mit ihnen Ausflüge – alles im Wissen der Mütter, die ihre Kinder in guten Händen glaubten. Die Betroffenen waren im Alter von sieben bis neun Jahren aus Hagen, Essen und Dortmund.

 

So flogen die Taten des Mannes auf

Die Masche des Mannes flog nur auf, weil er irgendwann den Überblick verlor. Er täuschte einen Wasserschaden in seiner Wohnung vor, um bei einer Mutter und ihrer neunjährigen Tochter zu übernachten. Allerdings vergaß er sich in dieser Zeit bei der Polizei zur Kontrolle zu melden und so kamen ihm die Ermittler schließlich auf die Schliche.

Der 36-Jährige legte vor dem Landgericht Hagen ein Geständnis ab und sagte: „Mir fällt es schwer, mit Gleichaltrigen Kontakt aufzubauen.“ Der Prozess wird fortgesetzt. Im Falle einer späteren Verurteilung droht dem Täter eine Haftstrafe mir Sicherheitsverwahrung.

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