Tierhaltung„Fair & Gut": Aldi führt neue Marke für Fleisch ein

Artgerechte Tierhaltung trotz Billigpreisen? Aldi etabliert eine neue Marke namens „Fair & Gut“ für Fleisch. Damit reagiert der Discounter auf die Vorwürfe seiner Kunden.

Aldi gründet eine neue Eigenmarke – die es sowohl bei Aldi Süd, also auch Nord geben wird. Damit will der Konzern ein Zeichen für den Tierschutz setzen. Frisches Fleisch, das unter der Marke „Fair & Gut“ verkauft wird, soll aus artgerechter Tierhaltung stammen.

Die Marke ist bereits ab dem 15. Januar in den ersten Filialen in Südbayern, Hamburg und Berlin im Sortiment zu finden. Den Anfang machen sechs neue Geflügelfleischprodukte, die unter dem Siegel eingeführt werden.

 

Faire und gute Tierhaltung bei Aldi

Das Label „Fair & Gut“ ist an bestimmte Tierhaltungsbedingungen geknüpft. Die Hersteller verpflichten sich, neue Standards einzuhalten. Darunter fallen laut Aldi mehr Platz und Stroh im Stall, Außenbereiche und Futter ohne Gentechnik.  Die Marke orientiert sich an den Kriterien des Labels „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes und ist auch an regelmäßige Kontrollen gekoppelt. Damit will Aldi mehr Transparenz in der Fleischproduktion bieten.

Das spiegelt sich auch im Preis wieder: Fleisch der Marke „Fair & Gut“ wird teurer als reguläre Produkte sein.  Der Discounter will damit eine weitere Kundengruppe ansprechen:  „Mit ‚Fair & Gut‘ möchten wir unseren Kunden, die  Wert auf ein hohes Maß an Tierwohl legen, ein zusätzliches Angebot zwischen konventioneller und Bio-Ware im Frischfleisch-Sortiment zu deinem fairen Preis anbieten“, lautet es in der Pressemittelung.

 

Reagiert Aldi damit auf den Shitstorm?

Seit einiger Zeit gibt es bei Aldi neben verarbeiteten Produkten auch frisches Fleisch zu kaufen – ebenfalls zu Discounterpreisen. Diese sorgten 2017 für einen Shitstorm. Konkreter Auslöser war ein Angebot von Schweinenacken: 600 Gramm gab es für 1,99 Euro. Das war selbst Schnäppchenjägern zu günstig. Eine artgerechte Tierhaltung oder Respekt vor dem Lebewesen ist bei solchen Dumping-Preisen unmöglich.

Die neue Marke könnte somit als eine Art Entschuldigung zu verstehen sein – Aldi geht auf die Kunden ein und will sich zukünftig an deren Wünschen orientieren. Auch der Discounter hat verstanden, dass der Preis nicht alles ist, wenn die Qualität nicht stimmt.

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(ww4)

 

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