UrteilFettschürze entfernen: Muss die Krankenkasse zahlen?

Eine rasante Gewichtsabnahme bringt überschüssige Haut mit sich. Das Entfernen der Fettschürze kann man sich jetzt von der Krankenkasse bezahlen lassen – das hat ein Sozialgericht entschieden.

Innerhalb von zwei Jahren hatte eine Krankenschwester 46 Kilogramm abgenommen. Wer viel Gewicht innerhalb kurzer Zeit verliert, hat mit einer neuen Problematik zu kämpfen: Die Haut bildet sich nicht so schnell zurück, wie das Fett darunter schwindet. Ein Resultat kann die sogenannte Fettschürze sein, bei der die überschüssige Haut am Körper herabhängt.

Damit hatte auch die Krankenschwester zu kämpfen. Ein Arzt empfahl ihr, die Fettschürze entfernen zu lassen. Doch die gesetzliche Krankenkasse wollte die Operation nicht bezahlen. Der Fall landete vor dem Sozialgericht Osnabrück, wie Spiegel Online berichtete.

Die Krankenschwester ließ sich die Hautschürze trotzdem entfernen und reichte die Kosten von rund 5.700 Euro bei der Krankenkasse ein. Und die musste zahlen – wie das Gericht nun entschied.

Schönheitsoperationen werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Im Falle der Krankenschwester entschied das Sozialgericht jedoch, dass die Entstellung den Alltag der Frau massiv beeinträchtigte. Das würde das Risiko für einen Rückzug aus der Gesellschaft und die Vereinsamung der Frau bergen, so begründete das Gericht seine Entscheidung. Die Fettschürze habe damit sehr wohl einen Krankheitswert. Die Operation habe hingegen die Lebensqualität der Krankenschwester wieder steigern können.

Das Urteil kann zukünftig zum Präzedenzfall für Betroffene in ähnlicher Lage werden. Unter bestimmten Bedingungen kann die Krankenkasse somit sehr wohl verpflichtet sein, die Operation zur Entfernung einer Fettschürze zu bezahlen.

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