Gefahr nach dem UrlaubFeuerbakterium: Schutzdienst warnt vor Pflanzen als Urlaubssouvenir

Feuerbakterium: Pflanzenschutzdienst warnt vor Gewächsen als Urlaubssouvenir
Lavendel aus der Provence ist zwar ein hübsches Mitbringsel, doch es kann mit dem Feuerbakterium infiziert sein.
Foto: iStock

Der Pflanzenschutzdienst warnt jetzt davor, Gewächse als Urlaubssouvenir mitzubringen. Sie könnten nämlich heimische Pflanzen mit dem gefährlichen Feuerbakterium infizieren.

Mitbringsel aus dem Urlaub sind immer etwas Schönes, weil wir uns durch sie an die vielen tollen Stunden auf Reisen erinnern können. Pflanzen allerdings eignen sich nicht unbedingt als Souvenir. Der Grund: Wenn du dir ein Töpfchen Lavendel aus Südfrankreich oder ein kleines Olivenbäumchen aus Italien mitbringst, kann es sein, dass du aus dem Urlaub unbeabsichtigt einen blinden Passagier einschleust.

Der Pflanzenschutzdienst des Rostocker Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei warnt aktuell vor dem für Pflanzen sehr gefährlichen Feuerbakterium.

 

Feuerbakterium: Darum ist es so gefährlich für Pflanzen

Ursprünglich ist das Feuerbakterium, lateinisch Xylella fastidiosa, in Nord- und Südamerika beheimatet. Im Jahr 2013 wurde das Bakterium jedoch zum ersten Mal auch in Pflanzen innerhalb der Europäischen Union gefunden. Zuerst traf es Gewächse in Apulien, Italien, dann waren auch Pflanzen in Frankreich und auf Korsika befallen. 2016 gab es bereits einen Fall in Sachsen.

Mehr als 300 Wirtspflanzenarten kommen für das Bakterium infrage. Dazu zählen zum Beispiel verschiedene Kräuter, Oleander, Olivenbäumchen aber auch Ahorn. Übertragen werden die Keime durch saugende Insekten, in der Regel Zikaden. Feuerbakterien sind für Gewächse sehr gefährlich und können nicht mit Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden. Darum arbeitet man mit allen Mitteln daran, die Ausbreitung zu verhindern.

Auf der offziellen Internetseite des Pflanzenschutzdienstes erklärt Leiter Joachim Vietinghoff: "Sind auch nur Einzelpflanzen nachweislich infiziert, müssen im Umkreis von 100 Metern alle bekannten und verdächtigen Wirtspflanzen ausnahmslos vernichtet werden. Es wird außerdem eine 10-km-Pufferzone eingerichtet, in der regelmäßig amtliche Überwachungsmaßnahmen durchzuführen sind."

Wird eine Pflanze von Feuerbakterien befallen, verschließen diese die Leitbahnen der Gewächse mit Biofilmen (Schleimschichten). Dadurch wird die Pflanze daran gehindert, ausreichend Nährstoffe und Wasser aufzunehmen. Das führt am Ende dazu, dass das Gewächs immer mehr vertrocknet.

Die Anzeichen für einen Befall von Xylella fastidiosa zeigen sich häufig erst mehrere Monate nach der Infektion. Daher sind betroffene Pflanzen nicht immer sofort erkennbar. Umso wichtiger ist es, dem Bakterium nicht dabei zu helfen, sich weiter auszubreiten.

Breiten sich die Bakterien aus, ist dies nämlich eine ernste Gefahr für den lokalen Obst-, Zierpflanzen- und Weinanbau.

 

Worauf muss ich achten, wenn ich Pflanzen aus dem Ausland mitbringe?

Wenn es doch unbedingt eine Pflanze als Urlaubssouvenir sein soll, gibt es folgende Dinge zu beachten:

  • Stammt die Pflanze aus einem anderen EU-Land solltest du darauf achten, nur Gewächse zu kaufen, die aus einer zugelassenen Baumschule stammen und einen Pflanzenpass haben.
  • Bei Pflanzen aus Nicht-EU-Ländern rät der Pflanzenschutzdienst dazu, sich immer ein gültiges Pflanzengesundheitszeugnis vorlegen zu lassen.

Video: Diese 5 Pflanzen solltest du in deinem Schlafzimmer haben

 

(ww8)

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