Fleischatlas 2018Fleischkonsum steigt weiter an: Das sind die Folgen

Auf der Welt wird immer mehr Fleisch konsumiert. Welche Folgen das für unsere Umwelt hat und was getan werden muss, um diese aufzuhalten, liest du hier.

Seit 2013 veröffentlicht die Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Zeitung Le Monde Diplomatique den sogenannten Fleischatlas. Im Januar 2018 wurde er zum vierten Mal vorgestellt.

Im Jahr 2016 wurden allein in Deutschland pro Kopf 59 Kilogramm Fleisch konsumiert. Wie aus dem Fleischatlas 2018 hervorgeht, wird die Fleischproduktion bis 2050 noch einmal um 85 Prozent ansteigen. Wird dagegen nichts unternommen, werden die Folgen verheerend sein.

Fleischkonsum und seine Folgen: Was passiert, wenn wir immer mehr Fleisch essen
Die Massen an Fleisch, die produziert und konsumiert werden, wirken sich negativ auf unsere Umwelt aus.
Foto: iStock
 

Der steigende Fleischkonsum und seine gefährlichen Folgen

Ansteigende Fleischproduktion: Fatale Folgen für die Erderwärmung

Die fünf größten Fleisch- und Milchkonzerne produzieren mehr umweltschädliche Gase als der Ölkonzern Exxon. Mit verantwortlich ist dafür auch das Methan, das von verdauenden Kühen ausgestoßen wird. Aber eine noch viel größere Rolle spielt, dass aufgrund der riesigen Mengen an Futtermitteln, die benötigt werden, mehr Flächen intensiv bewirtschaftet werden müssen. 

Industrielle Tierhaltung raubt Kleinbauern die Lebensgrundlage

Die kleinbäuerliche Tierhaltung gilt in Entwicklungsländern als eine gute und wichtige Einkommensquelle. Doch die schnelle Weiterentwicklung der industriellen Tierhaltung raubt vielen Kleinbauern die Möglichkeit, sich und ihre Familien auf diese Weise zu ernähren. 

Zu wenig fruchtbares Ackerland für Getreideanbau vorhanden

Für die Herstellung keines anderen Produktes wird so viel Land benötigt, wie für die von Fleisch und Milch. Derzeit werden weltweit 77 Prozent des Agrarlandes für die Herstellung von Fleisch- und Milchprodukten genutzt. Dabei nehmen Menschen nur 17 Prozent ihres Kalorienbedarfs über tierische Produkte auf. Die für den Anbau von Futtermitteln benutzte Fläche wird dennoch jedes Jahr noch größer. Damit bleibt weniger Platz, um andere Dinge anzubauen, wie zum Beispiel Getreide. 

 

Fleischatlas 2018: Das muss jetzt getan werden

Doch was kann nun getan werden, um den Lauf der Dinge zu ändern und den Fleischkonsum nicht noch weiter ansteigen zu lassen? Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, sagte dazu: "Die Bundesregierung muss noch in diesem Jahr die Weichen für einen nachhaltigen Umbau der Tierhaltung stellen."

Im Fleischatlas 2018 werden verschiedene Lösungsstrategien aufgezeigt, um den Fleischkonsum zu senken. So wird unter anderem eine verpflichtende staatliche Haltungskennzeichnung für Fleisch gefordert. Außerdem müsse man eine Abgabe für Stickstoffüberschüsse einführen. 

iIn puncto Haltung der Tiere wird gefordert, dass pro Hektar nicht mehr als zwei Rinder oder aber zehn Schweine gehalten werden dürfen. Dies würde dazu führen, dass insbesondere der Schweinebestand um Millionen Tiere sinken muss. Gerade im westlichen Niedersachsen und in Westfalen werden viele Schweine gehalten. 

Noch viel mehr Informationen bietet der Fleischatlas 2018, der hier eingesehen und heruntergeladen werden kann.

(ww8)

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