SchütteltraumaFreispruch: Vater von totgeschütteltem Baby unschuldig?

Dominik R. aus Lindhorst im Landkreis Schaumburg wurde vorgeworfen

 seinen drei Monate alten Sohn im November 2017 zu Tode geschüttelt zu haben. Jetzt wurde er freigesprochen. 

Das Urteil des Landgerichts Bückeburg in Niedersachen lautet Freispruch. Dem 23-jährigen Dominik R. kann der Totschlag von Julian Elias schlicht nicht nachgewiesen werden, da auch andere mögliche Verursacher infrage kommen. Neben dem jungen Vater hätten auch die Mutter, deren Schwester und die Großmutter des Jungen Gelegenheit für die Tat gehabt.

 

Das Shaken Baby-Syndrom

Die Anklage war der Auffassung, dass sich Dominik R. beim Playstation spielen von seinem schreienden Kind gestört gefühlt habe. Durch starkes Schütteln soll er versucht haben das Baby ruhig zu stellen, doch dieses erlitt Hirnblutungen und verstarb trotz einer Notoperation nach zwei Tagen. Die 21-jährige Mutter des Jungen war währenddessen nicht in der Wohnung. Sie traf sich mit ihrer Mutter.

Als Todesursache wurde vom Krankenhaus das „Shaken Baby-Syndrom“ diagnostiziert. Die Ärzte gehen in ihrem Gutachten „mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die schweren Verletzungen/Verletzungsfolgen durch ein massives Schütteln des Kindes verursacht sein dürften.“ Allerdings wurden bei der Obduktion verschiedene Hirnverletzungen festgestellt, die dem Baby zeitlich versetzt zugefügt wurden. Somit gibt es keinen konkreten Tatzeitpunkt und gleich mehrere mögliche Verdächtige. 

 

War doch die Impfung schuld?

Der Vater hatte schon zu Prozessbeginn seine Unschuld beteuert und behauptet, dass es dem Kind schon zuvor nicht gut ging. Seiner Aussage nach wäre Julian Elias sehr blass gewesen und hätte sich viel übergeben. Das Paar führte dies auf eine Impfung drei Wochen vor dem Tod des Kindes zurück. Am besagten Tag hätte das Baby neben dem Vater auf dem Sofa geschlafen. Als er ihn später hochnahm, merkte er, dass etwas nicht stimmte. „Wir haben natürlich sofort den Notarzt gerufen“, erklärte der junge Mann dem Gericht. Die Mutter hatte die Aussage ihres Freundes als Zeugin bestätigt und sich den erlangten Freispruch schon im Vorfeld gewünscht.​

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