Finanzen

Frisst die Inflation das Bürgergeld auf? So viel Geld soll es für Lebensmittel geben

So viel Geld ist beim neuen Bürgergeld für Lebensmittel vorgesehen. Doch frisst die steigende Inflation alles auf?

Anonyme kaukasische Frau beim Einkaufen im Supermarkt
Foto: :FreshSplash/iStock

Mit dem neuen Bürgergeld wird das Arbeitslosengeld II, das sogenannte Hartz IV, im Januar 2023 abgelöst. Erfahre bei uns wieviel Geld nach den neuen Regelsätzen für Lebensmittel eingeplant ist und welche Auswirkungen die Inflation darauf hat.

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Bürgergeld vs Hartz IV Regelsätze - Das bleibt für Lebensmittel übrig

Bei der Berechnung der Regelsätze von Hartz IV wurde berücksichtigt, alle notwendigen täglichen Grundbedürfnisse abzudecken. Ähnlich wurden die Regelsätze für das neue Bürgergeld gehandhabt und berechnet. Doch trotz der angekündigten Erhöhung im nächsten Jahr, erhalten Empfänger und Empfängerinnen des Bürgergeldes nicht mehr Geld für Lebensmittel.

Hartz IV - Pauschalsätze für die Bedarfsstufen

  • Alleinstehende erhalten 5,19 EUR

  • Partner in Bedarfsgemeinschaften bekommen 4,67 EUR

  • Unter 25-jährige, die bei den Eltern leben, bekommen 4,16 EUR

  • Jugendliche (14-17 Jahre) bekommen 4,34 EUR

  • Kinder (6-13 Jahre) bekommen 3,59 EUR

  • Kinder (bis 5 Jahre) bekommen 3,29 EUR

Bürgergeld - Geplante Regelleistungen

  • Regelleistungen für einen ledigen Erwachsenen 503 Euro

  • Regelleistungen für erwachsene Partner 451 Euro

  • Regelleistungen für Kinder von 6-13 Jahren 348 Euro

  • Regelleistungen für Kinder bis 5 Jahren 318 Euro

Die Regelleistung soll prozentual folgende Bedarfe abdecken:

  • Nahrung, alkoholfreie Getränke ca. 35,50%

  • Bekleidung ca. 8,40%

  • Wohnung (ohne Mietkosten), Strom ca. 8,36%

  • Möbel, Haushaltsgeräte ca. 7,58%

  • Kosten für Medikamente, Hilfsmittel ca. 4,30%

  • Verkehr ca. 6,30%

  • Telefon ca. 8,83%

  • Freizeit, Kultur ca. 11,04%

  • Bildung 0,38%

  • Beherbergungs- und Gaststättenleistungen ca. 1,98%

  • sonstige Waren Kosten für Körperpflege und Hygiene ca. 7,32%

Schaut man sich die Regelsätze im Vergleich an, läuft es darauf hinaus, dass ab 2023 Leistungsbezieher pro Tag 5,72 € für Lebensmittel erhalten. Demnach ist vorgesehen, dass Empfänger von Hartz IV ab Januar 2023, etwa 174,00 € für Lebensmittel als Posten im Regelbedarf zur Verfügung haben.

Allerdings verhält es sich so, dass die meisten Empfänger vom Arbeitslosengeld II oft Ende des Monats kaum Geld für Nahrungsmittel übrig haben. Hinzu kommt, dass seit Anfang des Jahres 2022 die Preise für Nahrungsmittel und nicht alkoholische Getränke um 10,72 % gestiegen sind. Das wird sich wahrscheinlich so bald nicht ändern. Mehr noch, wird ein enormer Anstieg der Erzeugerpreise erwartet.

Inflationsausgleich durch Bürgergeld?

Zwar ist von einer “signifikanten Erhöhung über den Inflationsausgleich hinaus” , laut Bundesvorsitzenden der Grünen, Omid Nouripour die Rede. (Denn für Hartz IV-Empfänger sind aktuell 155,82 € im Eckregelsatz für Nahrungsmittel vorgesehen. Beim Anstieg der Regelleistung auf 500 € monatlich, stünden tatsächlich 173,50 € für Lebensmittel zur Verfügung.) Doch bezieht man die stetig und rasant ansteigenden Lebensmittelpreise ein, ist diese Aussage realitätsfern. Denn mit ca. 5 € pro Tag sind drei ausgewogene und vollwertige Mahlzeiten täglich nicht zu bezahlen.

So betonte auch VdK-Präsidentin, Verena Bentele: „Die fünf Euro für Lebensmittel reichen hinten und vorne nicht.“

Schau dir in unserem Video nochmal genau an, was Inflation bedeutet:

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