GesundheitFrosch-Schleim hilft gegen Grippe-Viren

Frosch-Schleim gegen Grippe-Viren
Grippe-Viren sind ästig. Frosch-Schleim kann Abhilfe verschaffen
Foto: iStock

Wer Grippe hat, kann sie künftig mit Frosch-Schleim bekämpfen - jedenfalls kamen Forscher in einer neuen Studie nun zu diesem Ergebnis. Die Peptide einer indischen Froschart zerstören Viren.

Amerikanische und indische Forscher nahmen den Schleim der Froschart Hydrophylax bahuvistara unter die Lupe. 32 (!) Stoffe konnten sie darin ausmachen. Aber nur 4 davon scheinen die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich gezogen zu haben - denn diese scheinen Grippe-Viren bekämpfen zu können.

Dummerweise sind 3 der 4 Stoffe giftig für die roten Blutkörperchen der Menschen. Ein einziger Stoff blieb also übrig - und überzeugte als Viren-Killer. In Versuchen zerstörte er gleich mehrere Stämme von Grippe-Viren - die roten Blutkörperchen bleiben dabei unverletzt.

 

Urumin: Letzte Hoffnung gegen Grippe-Viren

Genauer gesagt, handelt es sich um einen Extrakt des schleimigen Hautsekrets, welches der südindischen Froschart (Bundestaat Kerala) entnommen wird. Die Wissenschaftler tauften das Heilmittel "Urumin" - benannt nach dem Schwert der indischen Kampfkunst.

In den Versuchen wurden Mäuse zunächst mit tödlichen Influenza-Viren (H1) angesteckt. Anschließend wurde einem Teil der Mäuse das heilende Frosch-Sekret durch ihre Nasenschleimhaut initiiert. Der andere Teil der Mäuse wurde nicht behandelt. Das Ergebnis begeisterte die Forscher: In den Lungen der behandelten Mäuse fanden sich anschließend 5- bis 10-mal weniger Viren, als bei den unbehandelten. „Die Substanz kann zum Einsatz kommen, wenn keine anderen Impfstoffe mehr verfügbar sind, ein neuer Virusstamm auftaucht oder ein bekannter gegen vorhandene Medikamente resistent wird“, sagt Joshy Jacob, Professor im Emory Vaccine Center in Atlanta.

 

Frosch-Schleim gegen resistente Viren

Grippeviren sind nur ein Tausendstel Millimeter groß. Bislang gibt es nur Medikamente auf dem Markt, die die Vermehrung von Grippe-Viren verhindern. Eine Arznei, die sie abtötet, gibt es bislang nicht. Urumin kann also dort helfen, wo andere Medikamente den Geist aufgeben.

Nach der erfolgreichen Entdeckung wollen Forscher nun auch auf anderen Fröschen nach Wirkstoffen suchen. Ihre Hoffnung: Ein Mittel gegen unheilbare und / oder tödliche Krankheiten zu finden, wie etwa das Dengue-Fieber oder den Zika-Virus.

Übrigens: Die Frösche tragen keinen großen Schaden davon. Zur Entnahme des Wirkstoffs bekommen sie leichte Elektroschocks, wodurch die Produktion des Stoffes angekurbelt wird. Dieser wird entnommen und die Frösche werden wieder in die Freiheit entlassen.

 

 

 

(ww7)

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