FSME-VirusFSME: Auch Rohmilch und -käse kann das Zecken-Virus übertragen

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, wird durch einen Virus ausgelöst und führt zu Hirnhautentzündungen. Neben Zecken können auch Milchprodukte FSME auslösen.

FSME: Neben Zecken kann auch Rohmilch das Virus übertragen
Neben Zecken können auch virusinfizierte Milchprodukte eine Hirnhautentzündung auslösen
Foto: iStock

FSME wird vor allem im Frühling und Sommer gefürchtet. Schließlich wissen die meisten Menschen, dass das Virus vor allem durch Zeckenbisse übertragen wird, etwa durch den Gemeinen Holzbock oder auch die Auwaldzecke, wie jüngst Wissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart und des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg herausfanden. Im Jahr 2016 steckten sich rund 400 Menschen durch Zeckenbisse mit FSME an (Zeckensaison: April bis November). In diesem Jahr (2017) wurden schon zwei Fälle von FSME-Infektionen erfasst.

Nun wurde aber ein ganz anderer Übertragungsweg des FSME-Virus entdeckt: infizierte Rohmilch von Ziegen in Deutschland. Schon im letzten Jahr infizierten sich nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Stuttgart zwei Menschen in Deutschland mit FSME durch den Konsum von Ziegenmilch.

 

Milchprodukte von Ziegen, Schafen und Kühen mit FSME infiziert

Die betroffenen Personen haben in Reutlingen (Baden-Württemberg) infizierte Ziegenmilch getrunken - unbehandelt, aber vom Biohof. Die Erkrankten wurden stationär behandelt, haben sich inzwischen wieder erholt. Nun warnen Experten auch vor einer Übertragung durch Rohmilchkäse. Dabei muss es nicht zwangsläufig die Milch von Ziegen sein. Auch Rohmilch und Rohmilchprodukte von Kühen oder Schafen können mit dem Virus infiziert sein. Der Grund: Ziegen, Kühe und Co. sind die Wirtstiere des Überträgers Zecke.

Nur pasteurisierte Milch und Milchprodukte können völlig bedenkenlos verzehrt werden. Durch den Prozess der Erwärmung werden Mikroorganismen und auch die FSME-Viren abgetötet.

Ähnliche Fälle sind zuvor nur in Osteuropa bekannt geworden. In Deutschland gelten vor allem Baden-Württemberg und Bayern als Risikogebiete für FSME, auch im Süden von Hessen, Thüringen, Saarland und in Rheinland-Pfalz treten immer mehr Fälle auf. Allerdings dehnt sich das Risikogebiet immer weiter in den Norden aus. So wurden auch schon im Norden Sachsens und in Niedersachsen Fälle registriert.

 

Keine Medikamente gegen FSME

FSME kann Hirnhautentzündungen auslösen, gegen die es keine Medikamente gibt. Wer unter FSME leidet, kann lediglich die Symptome lindern. Dazu gehören etwa Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Erbrechen, in schweren Fällen Hirnhautentzündungen, Bewusstseinsstörungen und Lähmungen. Langzeitschäden sind nicht ausgeschlossen, weswegen viele Ärzte zu Impfungen raten ("Zeckenschutzimpfung", bestehend aus drei Impfungen).

In Deutschland, Österreich und in der Schweiz sind Infektionen mit FSME meldepflichtig. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

 

(ww7)

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