Die Zecken-Saison beginntFSME-Erkrankungen: Warum die Zahlen jetzt dramatisch steigen können

Auf Zecken sollte man nicht erst im Sommer achten, sobald die Temperaturen über 7 Grad klettern, sind die kleinen Tierchen aktiv und sie werden immer gefährlicher!

Inhalt
  1. Warum sind Zeckenbisse so gefährlich? 
  2. Welche Zeckenarten sind besonders gefährlich?
  3. Wo sind die Zecken besonders gefährlich?
  4. Wie kann ich mich vor Zeckenbissen schützen?

Die Kältewelle scheint erst mal vorbei, denn am Wochenende sollen die Temperaturen deutschlandweit auf über 10 Grad steigen und dann sind auch wieder die Zecken aktiv. Das Risiko für Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, steigt dramatisch, denn bereits im vergangenen Jahr gab es so viele Ansteckungen wie seit über zehn Jahren nicht mehr. 

 

Warum sind Zeckenbisse so gefährlich? 

Zecken übertragen gefährliche Bakterien, wie zum Beispiel die Borrelien. Die können wiederum zu einer Borreliose führen, die vor allem die Gelenke in Knie, Hüfte und Schulter angreift und zu dauerhaften Schmerzen führt. In Deutschland erkranken Schätzungen zufolge jährlich rund 50.000 bis 100.000 Personen. 

Darüber hinaus können Zecken das FSME-Virus übertragen. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, kann zu Hirnhautentzündung führen. Laut neuer Zahlen des Robert-Koch-Instituts erkrankten 2017 gut 499 Menschen an FSME. So viele Erkrankungen hatte das Institut seit mehr als zehn Jahren nicht mehr vermeldet. In Eurasien treten schätzungsweise mehr als 10.000 Erkrankungsfälle jährlich auf. FSME ist  damit die wichtigste durch Zecken übertragene Virusinfektion.

 

Welche Zeckenarten sind besonders gefährlich?

Die häufigste und leider auch gefährlichste Zeckenart ist der Holzbock. Sie ist Wirt für FSME, Borrelien und Anaplasmen. Bisher schwer einzuschätzen sei die Gefahr, die von der Auwaldzecke ausgeht, die sich immer stärker in Deutschland ausbreitet. 

In diesem Jahr könnte jedoch noch eine weitere Zeckenart hinzukommen. Die Zecke mit dem Namen Ixodes inopinatus, ist wahrscheinlich aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland gelangt. "Noch ist nicht klar, wie lange diese Art schon in Deutschland heimisch ist und ob sie als FSME-Überträgerin in Frage kommt. Wichtig wäre auch abzuklären, ob mit ihr nicht neue Krankheiten nach Deutschland gelangten, wie etwa das Mittelmeerfieber“, so Prof. Dr. Mackenstedt weiter.

 

Wo sind die Zecken besonders gefährlich?

Als Risikogebiete gelten seit Jahren Bayern und Baden-Württemberg sowie die angrenzenden Landkreise. 85 Prozent der Erkrankungsfälle traten im vergangenen Jahr in Bayern und Baden-Württemberg auf. Das bleibt auch 2018 so. Wer in den zwei genannten Bundesländern oder im Umkreis lebt, sollte sich und seine Kinder unbedingt gegen FSME impfen lassen!

"Einige Landkreise, die über Jahre hinweg Erkrankungen meldeten, blieben im vergangenen Jahr völlig unauffällig. In anderen trat die FSME erstmals und gleich auch besonders gehäuft auf", berichtet Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin der Universität Hohenheim und Initiatorin des Süddeutschen Zeckenkongresses in einer Pressemitteilung.

Vor allem im Norden der Republik sei die Krankheit auf dem Vormarsch. "Die Statistik zeigt uns ganz neue Hot-Spots in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Zum allerersten Mal erhalten wir sogar Erkrankungsberichte aus den Niederlanden", so die Zeckenexpertin weiter. 

 

Wie kann ich mich vor Zeckenbissen schützen?

Den zuverlässigsten Schutz vor FSME bietet nach wie vor nur eine entsprechende Impfung. Die Experten der Zeckenkonferenz warnen davor die Gefahr zu verharmlosen: "Zu den schweren Krankheitsverläufen gehören Lähmungen, Koma, Krampfanfälle, Defektheilungen und vereinzelt auch Todesfälle", berichtet Dr. Dobler. Die Impfstoffe hätten dagegen eine fast 100 prozentige Wirkung, Komplikationen seien mit 1,5 Fälle bei einer Million Impfungen extrem selten. Trotzdem seien in Deutschland nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung geimpft, obwohl die Risikogebiete zunehmen. In Österreich sind es dagegen mehr als 80 Prozent. Gleichzeitig schützt die Impfung auch vor der FSME-Ansteckung die durch Rohmilch hervorgerufen werden kann. 

Lange Kleidung schützt vor Zeckenbissen, wenn sie dann auch noch hell ist, umso besser, dann lassen sich Zecken besser erkennen und man kann sie rechtzeitig entfernen. Wer im Sommer kurze Kleidung trägt, sollte in hohem Gras und an unbefestigten Wegen vorsichtig sein. Zecken verstecken sich besonders häufig in hohen Gräsern auf Wiesen, Wegrändern und an Flussufern.

Genau wie Insektenabweisende Mittel gegen Mücken, gibt es auch welche gegen Zecken. Sie schrecken die kleinen Tierchen durch ihren Geruch ab, töten sie jedoch nicht. Zuverlässige Mittel solltet ihr in der Apotheke kaufen. 

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