KeimeGefährliche Entwicklung: Immer mehr resistente Keime in Deutschland

Die Keime in Krankenhäusern entwickeln eine immer stärker werdende Antibiotika-Resistenz. Das Problem ist nicht neu, doch das Ausmaß war noch nie so groß.

Keime, gegen die kein Antibiotikum mehr etwas ausrichten kann, sind nur schwer zu bekämpfen. Neue Forschungsdaten zeigen die negative Entwicklung der Antibiotikawirkung. Aus den vom Robert-Koch-Institut veröffentlichen Unterlagen des Nationalen Referenzzentrums für gramnegative Krankenhauserreger (NRZ) der Ruhr-Universität Bochum geht hervor, dass sich im vergangenen Jahr in fast jeder dritten Patienten-Probe Enzyme fanden, die von Bakterien produziert werden und Resistenzen gegen Reserve-Antibiotika verursachen. Insgesamt spricht der Bericht von 2533 Fällen dieser Art. Dabei wurden 8000 Proben, vor allem von Krankenhauspatienten, untersucht.

Besonders Krankenhauspatienten und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet. Die Bakterien können beispielsweise Harnweginfektionen und Lungenentzündungen hervorrufen, die aufgrund der Resistenz nur schwer zu behandeln sind. Ärzte müssen immer öfter auf Reservemedikamente zurückgreifen, die meist Nachteile mit sich bringen und zu starken Nebenwirkungen führen können.

Dennoch wird vor einer Panik gewarnt. Niels Pfennigwerth vom NRZ meint: "In Deutschland haben wir im Vergleich zu Italien und Griechenland noch ein niedriges Niveau."

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