WetterGefühlte Temperatur: So berechnest du sie

Die gefühlte Temperatur (auch Windchill genannt) ist nicht subjektiv, sondern lässt sich berechnen. Wie das geht und was ein gewisser Michel damit zu tun hat, erfährst du hier.

Manchmal fühlen sich 5 Grad an wie minus 10 Grad. Das ist keineswegs nur ein subjektives Empfinden, sondern wissenschaftlich bewiesen: Es gibt tatsächlich eine "gefühlte Temperatur" - und die lässt sich auch noch berechnen, mit dem sogenannten Klima-Michel-Modell, das vom Deutschen Wetterdienst verwendet wird.

 

Das Klima-Michel-Modell

Dieser Michel ist für die Temperaturmessung das, was Erika und Max Mustermann für unsere Dokumente ist: ein Maßstab.

Der Michel ist eine sogenannte Standardperson mit folgenden Eigenschaften:

  • männlich
  • 35 Jahre alt
  • 1,75 m groß
  • 75 kg schwer
  • 1,9 Quadratmeter Körperoberfläche

Diese Angaben sind für die "gefühlte Temperatur" wichtig, da sie den menschlichen Wärmehaushalt beeinflussen: Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht und Körperoberfläche.

Hinzu kommen folgende vom Menschen abhängige Angaben:

  • Aktivität: 4 km/h
  • Bekleidung: die Wärmeisolation wird an die Bedingungen angepasst
  • Energieumsatz: 172,5 Watt (entspricht einem schnellen Spaziergang)

Extern beeinflussen folgende Wetterumstände die "gefühlte Temperatur":

  • Luftfeuchtigkeit
  • Windgeschwindigkeit
  • Lufttemperatur
  • mittlere (Sonnen-)Strahlungstemperatur

Hat man die "gefühlte Temperatur" ausgerechnet, ordnet man sie grob in drei Gruppen ein:

  • unter 0 Grad = kalt (ggf. friert der Michel)
  • 0 - 20 Grad = behaglich (Michel fühlt sich wohl)
  • über 20 Grad = warm (ggf. schwitzt der Michel)

Wie genau du die "gefühlte Temperatur" ausrechnen kannst, erfährst du im Video oben. Auch dafür gibt es tatsächlich eine (relativ einfache) mathematische Formel - für die man nur die tatsächliche Temperatur (T) und die Windgeschwindigkeit (V) zu wissen braucht.

So kann man etwa ausrechnen, dass bei einer tatsächlichen Temperatur von -5 Grad Celsius und einer Windgeschwindigkeit von 20 km/h die gefühlte Temperatur etwa -12 Grad beträgt.

Aber Achtung: Was da raus kommt, gilt am ehesten für den Michel. Wer größer oder kleiner, dicker oder dünner, jünger oder älter oder gar weiblich ist, kann diesen "Windchill" ganz anders empfinden. Der Wärmeverlust eines Menschen ist eben einzigartig...

(ww7)

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