Beschäftigte fordern mehr LohnGeldtransporter-Streik in Deutschland: Wird jetzt das Bargeld knapp?

Die Geldtransporter streiken. Die Beschäftigten von Geld- und Wertdiensten fordern mehr Lohn und legen am Mittwoch ihre Arbeit nieder. Wird jetzt das Bargeld in Deutschland knapp?

Gleich zu Beginn des neuen Jahres ruft die Gewerkschaft ver.di 12.000 Geldzähler und Geldtransportfahrer am Mittwoch zum Streik auf. Zuvor waren die Tarifverhandlungen erfolglos geblieben.

Die Folgen eines solchen Streiks könnten größer werden, als es auf den ersten Blick scheint. Denn so lang die Beschäftigten von Geld- und Wertdiensten ihre Arbeit niederlegen, erhalten weder Banken noch Geschäfte frisches Bargeld. Zudem werden leere Geldautomaten nicht wieder neu befüllt und die Einnahmen aus den Geschäften nicht abgeholt.

 

Deutschlandweiter Streik der Geldtransporter

Gleich drei Geldtransportfirmen werden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bestreikt. Auch in Baden-Württemberg legen 200 Beschäftigte ihre Arbeit nieder, wie die Landesfachbereichsleiterin der Gewerkschaft Ver.di, Eva Schmidt, am Mittwochmorgen erklärte. Kundgebungen sind zudem in Frankfurt am Main und in Hannover geplant. Auch in Rostock, Hamburg, Berlin und weiteren Städten streiken mehrere Dutzend Beschäftigte. Insgesamt nehmen mindestens 570 Mitarbeiter am Warnstreik teil.

Die Arbeitgeber hingegen sind bereits im Vorfeld nicht von größeren Problemen ausgegangen. In Baden-Württemberg haben viele Banken vorsorglich sogar schon vor den Feiertagen zusätzliches Bargeld bestellt. Ein mehrstündiger Warnstreik sei zwar ärgerlich und für die Unternehmen teuer. Aber: "Die Bargeldversorgung in Deutschland wird nicht zusammenbrechen", sagte eine Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW).

 

Hintergründe zum Streik der Geldtransporter

Hintergrund des Streiks sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen. Die Gewerkschafter fordern 1,50 Euro mehr Stundenlohn, beziehungsweise eine Gehaltserhöhung von 250 Euro pro Monat. Außerdem sollen die Gehaltsunterschiede der Branche zwischen West- und Ostdeutschland verringert werden.

Die Tarifverhandlungen werden am 3. und 4. Januar im hessischen Bad Nauheim fortgesetzt.

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