Der erste ImpfstoffGeschichte des Impfens: So rettete eine Abtreibung unzählige Leben

Eine Abtreibung hat heute Millionen Menschen das Leben gerettet. Wie kann das sein? Wieso wir viele heutige Impfungen einer Abtreibung zu verdanken haben.

Der Fötus einer Abtreibung hat heute bereits unzählige Leben gerettet.
Der Fötus einer Abtreibung hat heute bereits unzählige Leben gerettet.
Foto: iStock
Inhalt
  1. Was hat die Zelllinie mit einer Impfung zu tun?
  2. Wie funktionieren Impfungen?
  3. So wurde die Abtreibung zum Meilenstein der Impfstoffe

In Schweden entschied sich Anfang der 60er Jahre eine Frau für eine Abtreibung. Damit tötete sie ihr eigenes Kind – und schenkte gleichzeitig anderen Menschen das Leben. Denn ohne ihre Entscheidung, wären heute bereits über 200 Millionen Menschen gestorben.

Der Zusammenhang wird deutlich, wenn man das Augenmerk auf die Reise richtet, die unmittelbar nach der Abtreibung begann und von der Spiegel Online anschaulich berichtet.

Es geht um einen gesunden Fötus, der von Schweden nach Pennsylvania geschickt wird, wo die Abtreibung eines gesunden Kindes zu diesem Zeitpunkt noch verboten ist. Dort nimmt sich 1962 der Mikrobiologe Leonard Hayflick dem Fötus an. Es untersucht die Lunge – und schafft es erstmals eine neue Reihe gesunder, menschlicher Zellen zu züchten. Die Zelllinie nennt er WI-38.

 

Was hat die Zelllinie mit einer Impfung zu tun?

1963 wurde der erste Impfstoff gegen Polio entwickelt. Es folgten Impfungen gegen Mumps, Masern, Röteln und andere Krankheiten. All diese Impfstoffe finden ihren Ursprung in der Zelllinie WI-38, die als Folge der Abtreibung entdeckt wurde.

 

Wie funktionieren Impfungen?

Die Zellen des Fötus wurden damals genutzt, um Viren zu züchten, die wiederum in geringer Anzahl in Impfstoffen enthalten sind. Dadurch wird das Immunsystem angeregt, Antikörper gegen die Viren zu produzieren, so dass die Infektion zukünftig nicht mehr ausbrechen kann. Der Körper ist damit immun gegen den Erreger.

 

So wurde die Abtreibung zum Meilenstein der Impfstoffe

Jetzt veröffentliche die „Aims Public Health“ in den USA einen Artikel, der verdeutlicht, wie wichtig diese Abtreibung vor vielen Jahren war, um anderen Menschen das Leben zu retten. Genau genommen 200 Millionen. Das errechneten zwei Forscher, die untersuchten, wie viele Infektionen durch die Zelllinie WI-38 und die damit verbundenen entwickelten Impfungen verhindert werden konnten.

Die Zahl bezieht sich nur auf die Bevölkerung der USA. Weltweit konnten somit noch viel mehr Menschenleben gerettet werden.

Dafür wurden die Zahlen der erkrankten Menschen vor 1960 mit zum Jahr 2015 hochgerechnet, um zu erkennen, wie der Status heute ohne die Entwicklung von Impfungen wäre. Die Geschichte verdeutlicht die unglaublichen Fortschritte der Medizin - und welche Opfer ein manches Mal dahinter stehen. Abtreibung ist bis heute ein ethisch-problematisches Thema. Doch dieser Fall verdeutlicht, wie eine Abtreibung bis heute Leben rettet.

Leben oder Tod? So schwer ist die Entscheidung über eine Abtreibung

 

(ww4)

Kategorien: