JustizGesetz tritt in Kraft: In Schweden musst du jetzt offiziell dem Sex zustimmen

Seit Sonntag gilt in Schweden ein neues Gesetz: Geschlechtsverkehr gilt nur durch die ausdrückliche Zustimmung beider Beteiligten - ansonsten wird der Sex als Vergewaltigung eingestuft. 

"Ja, ich will", so oder ähnlich könnte die Zustimmung für Sex lauten - zumindest bei den Schweden. Denn das skandinavische Land hat ein Gesetz verabschiedet, das besagt: Die Partner müssen Geschlechtsverkehr verbal oder nonverbal zustimmen. So soll verhindert werden, dass passives Verhalten als stille Zustimmung für den Sex gilt. 

Im Rahmen der #MeToo-Debatte hatte die schwedische Regierung die Gesetzesänderung vorangetrieben. Die an dem neuen Gesetz beteiligte Richterin Anna Hannell erklärte gegenüber der schwedischen Nachrichtenagentur TT: "Es bestehe "absolut keine Erfordernis, formell 'ja' zu sagen, einen Knopf in einer App zu drücken oder irgendetwas anderes dieser Art. Sich einfach körperlich zu beteiligen, ist ein Zeichen der Zustimmung." Für schwedische Richter bedeutet das, dass sie bei Vergewaltigungsprozessen ab jetzt prüfen müssen, ob die Beteiligten beim Sex ihr Einverständnis durch Worte, Gesten oder ähnliches zum Ausdruck gebracht haben. 

 

Neues Schweden-Gesetz: Wann gilt eine Zustimmung?

Kritiker des Gesetzes merken an, dass nicht geklärt ist, ab wann man von einer Zustimmung durch Gesten sprechen kann. Sind Küsse zum Beispiel ein Zeichen? Oder Umarmungen? Um das Problem der Definierung zu lösen, soll eine App helfen. Die Anwältin Baharak Vaziri erfand "Libra", mit der man eine Zustimmung erfassen kann. Für die Idee erntet Vaziri aber viel Gegenwind. "Man verspottet, was Einverständnis bedeutet", sagt Ida Ostensson, Gründerin der Stiftung "Make Equal", die an dem Gesetzesentwurf beteiligt war. 

 

So ist die Lage in Deutschland

Seit 2016 gilt bei uns "Nein heißt Nein". Wer keinen Sex möchte, muss das klar durch Worte oder Gesten äußern. Ob eine Reform nach dem schwedischen Vorbild bei uns realistisch ist, bleibt abzuwarten.

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