Kompromiss der BundesregierungGesetzesentwurf: Wölfe werden zum Abschuss freigegeben

Die Bundesregierung hat sich im Streit um den Abschuss von Wölfen offenbar geeinigt: In Zukunft soll die Tötung der Tiere unter bestimmten Bedingungen erlaubt sein.

In der Debatte um den Abschuss von Wölfen ist anscheinend keine einfache Lösung möglich: Einerseits stehen die Tiere, die sich seit 2000 wieder in Deutschland angesiedelt haben, unter Artenschutz, andererseits stellen sie eine Gefahr für Nutztiere und somit für das Einkommen von Landwirten dar.

Dresden: Wölfe reißen Schafsherde - 40 Tiere sind tot

Nun scheint die Bundesregierung jedoch einen Kompromiss gefunden zu haben: Ein neuer Gesetzesentwurf von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sieht vor, dass nach Übergriffen Wölfe erschossen werden dürfen, auch wenn nicht klar ist, welches Tier tatsächlich gerissen hat. Der Abschuss darf außerdem solange fortgeführt werden, bis keine Nutztiere mehr zu Schaden kommen. Im Zweifelsfall könnte so also auch ein ganzes Rudel ausgelöscht werden. Die einzige Einschränkung: Die Landesbehörden müssen den Abschuss im Voraus genehmigen.

Artensterben: Menschheit zerstört 1 Millionen Tier- & Pflanzenarten

 

Ist der Abschuss von Wölfen ein Kompromiss?

Der Wolf soll laut Schulze eine streng geschützte Tierart bleiben. Es wird weiterhin keine Erlaubnis für präventive Abschüsse oder wolffreie Zonen geben. Die Erlaubnis für den Abschuss bestünde letztlich ja nur als Ausnahme in Fällen, in denen ein Problem besteht: „Und da, wo es keines gibt, gilt der Artenschutz uneingeschränkt.“  

Ob Tierschützer den neuen Gesetzesentwurf ebenfalls für einen Kompromiss halten, ist allerdings fraglich. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte das Gesetzesvorhaben bereits deutlich, und befürchtet durch den Abschuss von Wölfen sogar eine Zunahme der Übergriffe auf Nutztiere: Durch die gestörte Herdenstruktur könnten fremde Wölfe einwandern oder Jungtiere müssten ohne ihre Eltern plötzlich selbst Nahrung jagen.

 

Weiterlesen:

Los Angeles: Verkaufsverbot für Pelz-Kleidung

Toter Wal gestrandet: Tier hatte 40 Kilo Plastik im Bauch

feed a dog or cat: Tierschutz-App macht Spenden so einfach wie nie​

Kategorien: