GKV und PKVGesetzliche Krankenkassen fordern Strafen für die Bevorzugung von Privatpatienten

Die Gesetzlichen Krankenkassen fordern nicht nur ein festes Sprechstundenkontingent für gesetzlich Versicherte, sondern auch Strafen für die Vorzugsbehandlung von Privatpatienten.

Es ist kein Geheimnis, dass Privatversicherte bei der ärztlichen Behandlung einige Vorteile genießen. Es fängt schon bei der Terminvergabe an. Privatpatienten kommen häufig schneller an einen Arzttermin, als diejenigen, die bei einer gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied sind.

Das soll sich nun aber ändern. Kurz vor den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD fordern nun die gesetzlichen Krankenkassen ein festes Sprechstundenkontingent für gesetzlich versicherte Patienten. Gegenüber der Funke Mediengruppe sagte der stellvertretende Vorstandschef des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen, Johann-Magnus von Stackelberg: "Ein Arzt, der eine volle Zulassung für die gesetzliche Krankenversicherung hat, sollte zukünftig mindestens 30 Sprechstunden wöchentlich für gesetzliche Versicherte anbieten müssen."

Ziel dieser geforderten Vorgabe ist, dass Privatversicherte in Zukunft bei der Terminvergabe nicht mehr bevorzugt werden und Verstöße von Kassenärzten von den Kassenärztlichen Vereinigungen bestraft werden. Von Stackelberg fügte hinzu, dass die flächendeckende ärztliche Versorgung von Privatversicherten nur durch die Beiträge von 72 Millionen Deutschen möglich wären, die gesetzlich versichert sind.

Derzeit diskutieren die Gesundheitsexperten von Union und SPD darüber, die ärztlichen Honorare für die Behandlung von gesetzlich Versicherten zu erhöhen. Aktuell kann ein Arzt für die Behandlung eines Privatpatienten das Zweieinhalb bis Dreifache fordern. Die gesetzlichen Krankenkassen sind gegen die Erhöhung der Arzthonorare. Wie Johann-Magnus von Stackelberg sagte, würde man damit die Privatpatienten auf Kosten der gesetzlich Versicherten finanziell entlasten. Zuletzt belief sich die Anzahl der gesetzlich Versicherten in Deutschland auf 86 Prozent. 11 Prozent der Deutschen sind dagegen privat versichert. Für die gesetzlichen Krankenkassen würden die Kosten natürlich ansteigen, wenn sich die Arztkosten für ihre Mitglieder erhöhen. 

Dazu kommt, dass eine Vereinheitlichung der Honorare auch verfassungsrechtliche Probleme nach sich ziehen könnte. Dies geht aus einem Expertengutachten hervor, das vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) und der Bundesärztekammer (BÄK) in Auftrag gegeben wurde.

 

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