DatenschutzGesundheits-Apps: Warum Facebook weiß, wann du deine Periode bekommst

Ausgerechnet Gesundheits-Apps geben vertrauliche Informationen an Facebook weiter, auch wenn die User gar kein eigenes Facebook-Konto besitzen.

Warum Facebook weiß, wann du deine Periode bekommst.

Immer mehr Menschen setzen auf Gesundheits-Apps und vertrauen ihnen sehr persönliche Informationen an. Mit einem Trick beschafft sich aber der Datenriese Facebook aus diesen Apps deine privaten Informationen – auch wenn du gar kein Facebook-Konto besitzt.

Wie das US-amerikanische „Wall Street Journal“ (WSJ) mit einer umfangreichen Analyse jetzt herausfand, geben einige der beliebten Gesundheits-Apps jede Menge Nutzerdaten an Facebook weiter, ohne das die Nutzer nach ihrem Einverständnis gefragt werden.

 

Gesundheits-Apps leiten Informationen an Facebook weiter

So leitet zum Beispiel die App „Instant Heart Rate: HR Monitor“ Informationen zur Herzfrequenz des Nutzers weiter. Die App „Flo Period & Ovulation Tracker“ gibt an Facebook weiter, wann eine Nutzerin ihre Periode hat und die App „BetterMe: Weight Loss Workouts“ sendet Informationen über das Gewicht – und das sind nur einige Beispiele.

Grund hierfür ist ein kostenloses Tool, dass Facebook App-Entwicklern für ihre Statistiken zur Verfügung stellt. So können die Entwickler besser nachvollziehen, wer ihre App wie nutzt. Allerdings verwendet auch Facebook die so ausgelesenen Daten, selbst wenn die Nutzer gar nicht bei Facebook angemeldet sind.

 

So nutzt Facebook die sensiblen Daten 

Eigenen Angaben zur Folge nutzt Facebook die gewonnenen Daten, um Werbung noch zielsicherer an die richtigen User ausspielen zu können. Außerdem werden mit den Informationen der personalisierte Newsfeed sowie die Suchfunktion verfeinert.

Gegenüber dem WSJ betonte eine Sprecherin von Facebook, dass besonders persönliche Daten wie beispielsweise die Sozialversicherungsnummer automatisch gelöscht würden.

Seit dem in Kraft treten der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) müssen Apps explizit nach dem Einverständnis ihrer Nutzer fragen, bevor sie Daten an Drittanbieter weitergeben. Ob sich Facebook und auch die Partner-Apps daran halten, ist unklar.

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