Silvester-AngriffeGewalt gegen Rettungskräfte: Feuerwehr-Gewerkschaft fordert höhere Strafen

Die Angriffe auf Sanitäter im Einsatz häufen sich, Rettungskräfte werden beschimpft und bedroht. Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordert härtere Strafen für die Täter.

Silvester wurden Rettungskräfte in Berlin bedroht und mit Raketen beschossen. Auch am Wochenende gab es Attacken auf Sanitäter, darunter sogar einen Messerangriff. Drei Mitarbeiter des Berliner Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) erzählten nun Bild.de, wie gefährlich ihr Alltag ist. „Anderen zu helfen, war mein Traumberuf“, sagt Sebastian F., „Doch davon ist fast nichts geblieben. Wir werden ohne jeden Respekt behandelt.“

Das beginne schon bei der Alarmierung, Anrufer drohen mit Mord, wenn die Retter nicht sofort kämen. „Bei einem Einsatz in Berlin-Spandau mussten wir uns zu fünft in ein Zimmer flüchten. Ein Familienvater hatte einen Herzinfarkt und ist trotz Wiederbelebungsversuchen gestorben. Seine Angehörigen haben uns dafür verantwortlich gemacht, erst beleidigt und dann angegriffen. Wir haben dann die Polizei gerufen, die uns befreit hat.“ Sebastian habe schon oft Anzeige erstattet - doch außer einer geringen Geldstraße sei nie etwas passiert. 

Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft: Rettungskräfte in Gefahr, höhere Strafen gefordert iStock

 

Gewalt gegen Rettungskräfte 

Der ehrenamtliche Rettungsassistent Daniel Ullrich erzählt, dass sein Kollege wegen eines Faustschlags in die Notaufnahme musste. Zudem sei die Stimmung bei öffentlichen Veranstaltungen oft aggressiv: „Auf Straßenfesten versuchen regelmäßig Passanten, auf dem Trittbrett mitzufahren, öffnen die Türen oder rütteln am Fahrzeug." Der ebenfalls ehrenamtliche Helfer Boris Michalowski vermutet als Grund für die verbale und körperliche Gewalt: „Viele sehen in uns den Staat, denken, sie können ihren Frust ablassen."

Die deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordert ein verschärftes Vorgehen: Täter müssen bestraft werden, in der Vergangenheit wurden zu viele Verfahren gegen Angreifer wegen Geringfügigkeit eingestellt", so Sprecher Micha Quäker. 

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