KriminalitätGewalt gegen Schaffner in Zügen der Deutschen Bahn nimmt zu

Die Anzahl der Gewalttaten gegenüber Schaffner in Zügen der Deutschen Bahn hat zugenommen. Das Unternehmen verzeichnete einen Anstieg von einem Viertel gegenüber 2016.

Manchmal reichen Kleinigkeiten, wie eine Fahrkarten-Kontrolle aus, und ein Fahrgast wird zur Gefahr: Deutsche Bahn-Mitarbeiter werden bedroht, sogar geschlagen oder mit Kaffeebechern beschmissen. Das Unternehmen registrierte im letzten Jahr über 2300 Fälle von Gewalttaten mit Verletzungsfolgen, dieses Jahr sind es bis Juni bereits über 1200. Zum Vergleich: 2013 wurden im gesamten Jahr so viele Gewalttaten gemeldet. "Die Autorität unserer Mitarbeiter wird immer weniger anerkannt", stellt Gewerkschafter Klaus-Dieter Hommel der Eisenbahnergewerkschaft EVG fest. "Wir glauben, dass die Dunkelziffer noch höher ist." 

 

Schutzmaßnahmen für die Bahnmitarbeiter

Das Problem sieht Hommel ganz klar am Personalmangel, denn die Deutsche Bahn habe die Anzahl Sicherheitskräfte um 150 Stellen reduziert. Das sieht das Zug-Unternehmen anders und gab jetzt an, das Sicherheitsbudget in diesem Jahr sogar um zehn Millionen Euro erhöht zu haben, zudem seien unter anderem 100 voll ausgebildete Sicherheitskräfte eingestellt worden. Zusätzlich gibt Bahnsprecher Bernd Honerkamp gegenüber der Augsburger Allgemeinen an, dass bei Volksfesten oder Fußballspielen eine Sicherheitsstreife an der Seite der Kontrolleure stünde. "Unsere Schaffner erhalten zudem ein Deeskalations-Training, um Konflikte verbal lösen zu können." Aufgrund einiger Vorlagen ziehen sich die Maßnahmen aber wohl noch einige Zeit hin...

Gewalt in Zügen der Deutschen Bahn gegen Schaffner nimmt zu
Die Gewalttaten an deutschen Bahnmitarbeitern hat zugenommen. 
Foto: iStock

Die EVG möchte nicht auf weitere Maßnahmen, wie Body-Cams und Pfefferspray warten und wurde selbst aktiv: Unter der Hotline mit dem Namen "Ruf Robin" können Bahnmitarbeiter 24 Stunden seelische und rechtliche Hilfe bekommen. 

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