Die Nachfrage ist zu großGrippe-Impfstoff wird knapp: "Alles, was jetzt kommt, wird nicht mehr geimpft"

In Deutschland kann momentan nicht jeder geimpft werden, der das möchte: Der Grippe-Impfstoff wird knapp. Die Politik mutmaßt über Gründe und sucht Wege aus der Misere. 
 

Deutschland geht der Grippe-Impfstoff aus: Aufgrund zu hoher Nachfrage schrumpfen die Bestände, es kommt zu Defiziten. Aus den Bundesländern Thüringen, Sachsen, Niedersachsen und Hessen werden jetzt Verzögerungen und Engpässe gemeldet. "Alles, was jetzt kommt, wird nicht mehr geimpft", sagt der Geschäftsführer der Apothekenkammer des Saarlandes, Carsten Wohlfeil, laut 'FAZ.de'. Und auch Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes, bläst in dieses Horn: "Bei allen Lieferanten ist momentan nichts zu holen."

 

Gründe für Lieferengpässe

Der Grippe-Impfstoff wird nicht überraschend knapp, so viel ist klar. Bereits Anfang November wurde davor gewarnt, dass Impfstoffe für die Grippewelle 2018 knapp werden könnten. Hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. 
Zum einen stieg der Impfandrang in diesem Jahr, da die Krankenkassen zum ersten Mal überhaupt die Kosten für die Vierfach-Impfung tragen. Das könnte die Impfbereitschaft der Bevölkerung erhöht haben.
Zum anderen scheinen mehr Menschen früher zum Impfen gekommen zu sein, als man es bisher gewohnt war. "Die Patienten haben in diesem Jahr möglicherweise viel früher angefangen, sich impfen zu lassen", bestätigte Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), diese Vermutung. 
Viele Bürger scheinen aufgrund der starken Grippewelle vom vergangenen Jahr für das Thema sensibilisiert zu sein. Zwischen Ende Dezember 2017 und Anfang April 2018 wurde laut eines Berichts des Robert-Koch-Instituts bei 333.567 Personen eine Erkrankung mit Influenzaviren nachgewiesen. In diesem Zeitraum starben 1.665 Menschen an der Grippe – Ende März waren erst 750 Grippetote bundesweit gemeldet worden. 

 

Grippe-Impfstoff wird knapp: Jens Spahn reagiert

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lockert die Regelungen zur Beschaffung von Grippe-Impfstoffen, um die Engpässe auszuhebeln. Erstmals dürfen sich nun Apotheken und Arztpraxen untereinander bei regionalem Bedarf mit Impfdosen versorgen. Zudem dürfen aus anderen Ländern der Europäischen Union bezogene Impfstoffe in den Apotheken abgegeben werden.
"Klar muss sein: Jeder, der will, muss sich gegen Grippe impfen lassen können", betonte Spahn gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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