Späte Entscheidung Grippewelle 2018: Krankenkassen zahlen Vierfachimpfstoff gegen Influenza

Die Krankenkassen zahlten bisher nur den wenig wirksamen Dreifachimpfstoff gegen Influenza. Nun sollen die Kassen doch die teure Impfung für die nächste Saison übernehmen.

Diese Entscheidung kommt sehr spät, vielleicht zu spät. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen in Berlin teilte nun mit, dass ab der kommenden Saison alle gesetzlichen Krankenkassen den Vierfachimpfschutz zahlen müssen. Das Bundesministerium für Gesundheit muss dem Beschluss noch stattgeben. Tritt die Regelung in Kraft, können bereits geimpfte Personen, die den Schutz selber bezahlen mussten, das Geld nicht rückwirkend erstattet bekommen.

Bisher wurde den Kassen freigestellt, ob sie für die Kosten eines Dreifach- oder Vierfachwirkstoffs aufkommen möchten. Das führte dazu, dass die Überzahl der Krankenkassen nur die halb so teure Dreifachimpfung bezahlten, die Bestandteile von drei verschiedenen Virusstämmen enthält. Doch es kursierte in Deutschland vor allem ein Virusstamm, der nur im Vierfachimpfstoff enthalten war: Die Influenza-B-Viren der sogenannten Yamagata-Linie. An ihr erkrankten 75 Prozent der Grippe-Patienten.

Grippewelle 2018: Krankenkassen zahlen Vierfachimpfstoff gegen InfluenzaiStock

 

Vierfachimpfung ist nachweislich wirksamer als die Dreifachimpfung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts (RKI) hatten im Januar eine Empfehlung ausgesprochen, wonach eine Vierfachimpfung im Vergleich zu einer Dreifachimpfung bis zu 388.000 Arztbesuche und bis zu 1800 Krankenhauseinweisungen während der Grippesaison hätte verhindern können. 

Vor allem Menschen, die zur Risikogruppe zählen, waren und sind von der Grippewelle, die ihren Höhepunkt überstanden hat, betroffen. Dazu zählen über 60-Jährige, chronisch Kranke und Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Außerdem wird Berufsgruppen, die viel in Kontakt mit anderen Menschen sind, zu einer Impfung geraten. Dazu zählen Lehrer, Altenpfleger, medizinisches Personal und Erzieher.

Laut des Robert-Koch-Instituts waren bis zum 30. März 2018 etwa 314.000 Fälle von Influenza gemeldet worden und 1095 Menschen starben bis heute an den Folgen der Infektion. 

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