UmweltschutzGütersloh: Erste deutsche Stadt verbietet aufsteigende Luftballons

Luftballons steigen zu lassen, gerät ins Visier der Politik: hübsch anzusehen, aber schrecklich für die Umwelt. Eine deutsche Stadt spricht nun ein Verbot aus und setzt damit ein Zeichen. 
 

Inhalt
  1. Gütersloher Umweltausschuss nimmt Vorreiterrolle ein
  2. Aufsteigende Luftballons: Erst hübsch, dann tödlich
  3. Deutschland bewegt sich

So schön es aussieht, mit Gas gefüllte Luftballons in den Himmel steigen zu lassen, so belastend sind die Gummifetzen nach ihrem Flug für Natur und Tiere. Als erste deutsche Stadt setzt Gütersloh nun ein Zeichen gegen die Umweltverschmutzung. 

 

Gütersloher Umweltausschuss nimmt Vorreiterrolle ein

Nach dem Antrag einer Bürgerin, die die aufsteigende Luftballons als Umweltverschmutzung verurteilt, sprach der Umweltausschuss der nordrhein-westfälischen Stadt ein Verbot aus. Diese Entscheidung wurde einstimmig gefällt, wie die 'Neue Westfälische' berichtet. 

Davon betroffen sind die Veranstaltungen der Stadt selbst. Aber auch Feste von städtischen Einrichtungen wie Schulen und Kitas, die Kirmes und Events auf dem Marktplatz müssen in Zukunft ohne aufsteigende Luftballons auskommen.

Umweltamtschefin Sonja Wolters betonte während der Versammlung die Vorreiterrolle, die Gütersloh damit einnehme: Denn während auf EU-Ebene zwar ein Verbot für Plastik wie Trinkhalme, Einweggeschirr, Wattestäbchen oder dünne Obsttüten gilt, ist beim Thema Luftballons nichts geregelt. 

 

Aufsteigende Luftballons: Erst hübsch, dann tödlich

Der Gedanke hinter dem Verbot ist klar: Sobald die mit Gas gefüllten Ballons nicht mehr fliegen können, bleiben sie als Müll in der Natur liegen. Dort werden sie zur Gefahr: Vögel verheddern sich in den Schnüren der Ballons, während andere Tiere das Gummi mit Nahrung verwechseln und daran ersticken können.

Nach ihrem Flug enden die Luftballons als Müll in der Natur
Foto: iStock / andreasgaertner

Vorbild für die Umweltaktion ist Deutschlands Nachbar Holland: Dort sind aufsteigende Luftballons schon länger untersagt, rund 17 Prozent der niederländischen Gemeinden sprachen vor allem zum Schutz von Seevögeln für ein Verbot aus. 

 

Deutschland bewegt sich

Umweltschutz rückt zunehmend ins menschliche Bewusstsein. Auch in Deutschland versuchen Städte ihren Beitrag zu einem gesunden Planeten zu leisten und gehen dabei ganz unterschiedlich vor. In der Kleinstadt Monheim sollen ab April 2020 Gratis-Busfahrten dafür sorgen, dass weniger Menschen das eigene Auto nutzen. In Ansbach soll eine Verteilstation hingegen aktiv gegen Lebensmittelverschwendung helfen – das Projekt läuft bereits seit Februar 2019. 
Und selbst wenn das Luftballon-Verbot in Gütersloh eher einen symbolischen Charakter hat – immerhin muss man aufsteigende Ballons nicht vorher bei der Stadt anmelden –, so ist doch ein Zeichen gegen Umweltverschmutzung gesetzt. 

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