"Moki's Goodies" Hamburg: Café verbietet Kinder unter sechs Jahren - Farbattacke

Die Besitzerin eine Hamburger Cafés möchte keine Kinder unter sechs Jahren in ihren Laden lassen. Das löste Proteste aus - und eine beschmierte Fensterscheibe.

Inhalt
  1. Kinder haben keinen Zutritt - Eltern zeigen sich empört
  2. Café-Besitzerin verteidigt ihr Konzept
  3. Reaktionen auf den Post

Kinder in Cafés können anstrengend sein. Weil eine Hamburger Lokal-Besitzerin das anscheinend auch so empfindet, entschied sie, dass Kinder unter sechs Jahren bei ihr im Café Hausverbot haben. Nun wurde die Fensterscheibe des "Moki's Goodies" im Stadtteil Hoheluft mit Farbe beschmiert.

 

Kinder haben keinen Zutritt - Eltern zeigen sich empört

"Essen. Trinken. Glücklich." - so wirbt das Szene-Café "Moki's Goodies" in Hamburg auf seiner Website. Möchte man online reservieren, steht dort "Erwachsene & Kinder ab 6 Jahren". Diese Einschränkung nahmen einige Eltern zum Anlass, einen Shitstorm auf Besitzerin Monika Ertl loszutreten. Neben Kinderfeindlichkeit, wurde ihr vorgworfen, den Laden auf Spendenbasis zu betreiben. Letzten Freitag (22.3.) fand die Aufregung seinen traurigen Höhepunkt: Jemand hat die Fensterscheibe des Cafés mit Farbe besprüht. Zu sehen ist ein trauriger Smiley und die Worte "Kevin, 6 Jahre". Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung.

 

Café-Besitzerin verteidigt ihr Konzept

Mittlerweile sind die Schmierereien entfernt. Monika Ertl wollte sich dazu nicht äußern, machte ihrem Ärger aber schon am 12. März Luft. In einem Instagram-Post unter dem Hashtag #schnullergate schrieb sie: "Jetz mal ehrlich - es reicht. Liebe Supermuttis, ich finde es ist an der Zeit, die Verhältnismäßigkeit dessen, was Ihr hier seit einigen Tagen im Netz veranstaltet, ernsthaft in Frage zu stellen." Sie sei selbst Mutter und habe ein "breites Kreuz und eine hohe Frustrationstoleranz". Kinderfeindlichkeit zu unterstellen sei "schon mal Blödsinn". Sie habe ein Restaurant "für das ich mir ein Konzept überlegt und in das ich mein privates Geld investiert habe. Weil ich meine eigenen Entscheidungen treffen möchte ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen."

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Jetz mal ehrlich - es reicht. Liebe Supermuttis, ich finde es ist an der Zeit, die Verhältnismäßigkeit dessen, was Ihr hier seit einigen Tagen im Netz veranstaltet, ernsthaft in Frage zu stellen. Ich habe ein Restaurantkonzept, das Euch nicht gefällt und das ist einigen als Anlass genug für einen Shitstorm vom feinsten. Ohne dass auch nur eine einzige von Euch vorher das persönliche Gespräch gesucht hätte, verurteilt Ihr mit heiligem Eifer mein Unternehmen mit erstaunlicher verbaler Aufrüstung und Feindseligkeit. Überträgt man die Situation mal gedanklich von Muttis im Internet zu Schülern auf dem Pausenhof, dann wäre die Bezeichnung glasklar „Mobbing“. Ich wünsche Euren sicher ganz wundervollen Kindern sehr, dass sie so etwas nie erleben müssen. Ich bin erwachsen und habe ein breites Kreuz und eine hohe Frustrationstoleranz, ohne die könnte ich meinen Job gar nicht machen. Und ich möchte gerne mal ein paar Sachen klarstellen. Erstens: Überraschung Überraschung - auch ich bin Mutter. Kenne mich also durchaus im Thema aus. Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen, habe eine großartige Tochter, ein sehr süßes Patenkind und Nichten und Neffen. Kinderfeindlichkeit zu unterstellen ist also schonmal Blödsinn. Zweitens: Das moki’s goodies ist kein spendenfinanziertes demokratisches Mutter-Kind-Projekt, sondern ein Restaurant für das ich mir ein Konzept überlegt und in das ich mein privates Geld investiert habe. Weil ich meine eigenen Entscheidungen treffen möchte ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen. (...)

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Reaktionen auf den Post

Viele User pflichteten der Café-Besitzerin bei. So war ein Kommentar "Ich verstehe Dein Problem gar nicht. Es gibt doch genug andere Möglichkeiten, wo Mütter und Väter mit ihren kleinen Kindern hingehen können." Eine andere schreibt: "Als nächstes gibt es Cafes, wo alte Menschen, Behinderte, Flüchtlinge, Homosexuelle, sonstige Gruppen aus irgendwelchen verallgemeinernden Gründen "nicht erwünscht" sind."

Die Meinungen sind geteilt. Das "Moki's Goodie" hatte nach der Farbattacke ganz normal geöffnet - und der Shitstorm flacht nun vielleicht etwas ab.

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