ProzessauftacktHamburg: Junge (4) stirbt an Stromschlag im Supermarkt - Besitzer vor Gericht

Der versteckte Horror im Alltag: Mit nur vier Jahren starb Jonathan durch einen Stromschlag im Supermarkt. Nun stehen die Betreiber des Supermarktes vor Gericht.

Der kleine Jonathan war mit seinem Vater nur schnell im Supermarkt ein paar Dinge einkaufen, als er plötzlich von einem Stromschlag getroffen wurde und starb. Jetzt findet in Hamburg der Prozess statt, in dem sich die Betreiber des Supermarktes verantworten müssen.

 

„Und dann kam Stille"

Jonathan wollte seinem Vater helfen, den Einkauf auf das Band an der Kasse zu legen. Dabei fasste er ein Metallgeländer an und sackte im nächsten Moment leblos zusammen. Vermutlich ist er durch einen Stromschlag getötet worden. Vor Gericht erzählt der Vater: „An der Kasse sagte er noch: Papa kann ich nach vorne kommen? Er wollte mir helfen, die Sachen auf das Laufband zu legen. Und dann kam Stille."

Als der Notarzt eintraf und versuchte den Jungen zu reanimieren, hatte er keinen Erfolg. Dabei war Jonathan kerngesund, wie auch seine ehemalige Kinderärztin vor Gericht bestätigte: "Ich kannte Jonathan seit seiner Geburt. Er war ein ganz normaler Junge, hat sich normal entwickelt." Es konnte sich nicht um eine natürliche Todesursache handeln.

 

Bis zu fünf Jahre Haft

Daher stehen die Betreiber des Supermarktes, in dem der schreckliche Vorfall passierte, nun wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassung vor Gericht. Es sind ein 44-jähriger Mann und seine Schwester angeklagt. Ihnen drohen bis zu fünf Jahre Haft. Sie sollen in der Nähe der Kasse eine Stromleitung für einen LED-Trafo unsachgemäß selbst verlegt oder einen Dritten damit beauftragt haben. Über eine Schraube soll die Leitung mit dem Metallgeländer an der Kasse verbunden gewesen sein. Als Jonathan dieses anfasste, soll er den tödlichen Stromschlag abbekommen haben.

Der Vorfall ist nun knapp zweieinhalb Jahre her. Jonathans Eltern können den Tod ihres Sohnes immer noch nicht begreifen und wünschen sich endlich Gerechtigkeit. Laut Aussage der Eltern und ihres Anwalts hat sich bisher keiner der Beteiligten für den Tod des Jungen entschuldigt.

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