KriminalitätHamburg: Trickbetrüger geben sich als Polizisten aus

In Hamburg gibt es vermehrt Fälle von Trickbetrügern: Sie geben sich bei Fremden am Telefon als Polizisten aus, um an private Daten zu gelangen - und so Geld abzuknöpfen.

Was für eine miese Masche: In Hamburg sind bisher 70 Fälle pro Tag (!) aufgetreten, bei denen sich Kleinkriminelle am Telefon als Polizist oder sogar Staatsanwalt ausgegeben haben. In Schleswig-Holstein gab es seit Januar insgesamt über 220 Fälle. Die Anrufe kommen überwiegend aus dem Ausland, die Türkei soll laut Ermittlern eine zentrale Rolle spielen.

Aus Verzeichnissen suchen die Täter nach älteren, nicht so gängigen Namen, da diese Personen als gutläubig und eher ängstlich gelten. Kürzlich wurde auf diese Weise eine Dame aus Billstedt um 10 000 Euro betrogen.

Hamburg: Trickbetrüger geben sich als Polizisten aus
In Hamburg gibt es immer Fälle von Trickbetrügern, die sich am Telefon als Polizist ausgeben. 
Foto: iStock
 

Perfide Methoden der Täter

Meistens rufen die Täter mit einem sogannten "Call ID Spoofing" bei den Opfern an. Mit diesem System können die Kriminellen jede beliebige Nummer beim Angerufenen anzeigen lassen. "Den Angerufenen wird dann suggeriert, es werde vom Polizeinotruf 110 oder einer anderen örtlichen Telefonnummer angerufen", sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth dem Hamburger Abendblatt. Der Anrufer gibt sich als Polizist oder Staatsanwalt aus. "Häufig erfolgt dabei der Hinweis auf angeblich festgenommene Einbrecher, bei denen sensible Daten der jeweils Angerufenen aufgefunden wurden."

Eine andere (ziemlich ironische) Methode der Täter: Sie geben am Telefon an, dass ein Mitarbeiter der Bank, bei dem das Opfer Kunde ist, kriminell sei. Er solle also sein Geld schnell in "Sicherheit" bringen und es am besten sofort abheben. "Es wird in Aussicht gestellt, einen vermeintlichen Polizeibeamten in Zivil zu schicken, der Geld und Wertgegenstände übernehmen und in Sicherheit bringen soll", sagt Abbenseth. 

Einige Opfer seien bereits auf diese Masche reingefallen und warfen ihr Geld oder ihre Wertsachen im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Fenster. Andere sind den Tätern auf die Schliche gekommen und riefen die echte Polizei.

 

So schützt du dich

Zunächst einmal erscheint NIEMALS die 110 der Polizei im Display, wenn diese anruft. Zudem fragt die Polizei natürlich auch nie nach Geld. "Am besten einfach den Höhrer auflegen", rät Abbenseth. "Nur so wird man den Betrüger los."

 

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