Hartz-IV-MafiaHartz-IV-Betrug nimmt zu: So gehen die Betrüger-Banden vor

Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen: Der Hartz-IV-Betrug in Deutschland nimmt zu. Organisierte Betrüger-Banden versuchen mit perfiden Tricks Leistungen zu erschleichen.

Bereits Anfang 2018 kündigte die Bundesagentur für Arbeit an, zukünftig stärker nach Betrügern zu fahnden. Jetzt ist der Grund dafür klar: Im vergangenen Jahr hatte das Jobcenter knapp 150.000 Bußgeld- und Strafverfahren einleiten müssen. Der Verdacht: Leistungsbetrug.

Tatsächlich hatten in über 82.000 Fällen Hartz-IV-Empfänger gelogen, wenn es um das Vermögen, die Einkünfte oder Sozialleistungen ging. Um mehr Geld zu bekommen, wurden Details verschwiegen oder vertuscht. Als Strafe wurden insgesamt Geldbußen in Höhe von 6,6 Millionen beschlossen. Auch Haftstrafen sind bei schwerem Hartz-IV-Betrug keine Seltenheit.

Besorgniserregend sind jedoch vor allem die Muster, die während der Ermittlungen aufgefallen sind und auf organisierte Verbrechen hindeuten. In Medienberichten ist von einer sogenannten „Hartz-Mafia“ die Rede. Sie soll vor allem in Berlin, Hagen, Bremerhaven, Dortmund, Gelsenkirchen, Duisburg, Pinneberg und Neumünster aktiv gewesen sein. 

 

Wie gehen die Hartz-IV-Banden vor?

Berichten zufolge sollen die Betrüger Menschen aus osteuropäischen Ländern nach Deutschland locken und sie in einer Scheinfirma einstellen, um sie direkt wieder zu entlassen. So werden sie an das Jobcenter verwiesen, um Hartz IV zu beantragen. Das kommt jedoch nie bei den Empfängern an – stattdessen kassieren es die Strippenzieher.

Es sind Szenarien wie aus dem Menschenhandel: Die Empfänger sollen zudem in heruntergekommenen Unterkünften untergebracht werden, währenddessen die Köpfe der Betrüger-Bande die Zahlungen des Jobcenters für die Miete erhalten.

Manchmal sollen die angeblichen Hartz-IV-Empfänger nicht einmal in Deutschland bleiben – sie sollen mit Bussen und gefälschten Kündigungen zum Jobcenter und nach erfolgreicher Hartz-IV-Beantragung wieder in ihre Heimat gebracht werden. Für Termineinladungen beim Amt sollen sie rechtzeitig wieder einreisen. Währenddessen ginge das Geld an die „Hartz-IV-Mafia“.

Die Informationen stammen laut BILD-Informationen aus internen Berichten der Arbeitsagentur. Jetzt wird noch stärker nach Betrügern gefahndet - auch bei Verdacht auf Schwarzarbeit werden die Fälle direkt an die zuständige Behörde weitergeleitet.

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