Verbraucherzentrale warntHartz IV: Empfänger können Strom nicht mehr bezahlen - Regelsätze zu niedrig

Steigende Strompreise und ein zu niedriger Hartz IV-Regelsatz führen dazu, dass Empfänger ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können. Die Verbraucherzentrale fordert eine Erhöhung der Zuschüsse.

Die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen warnt, dass viele Sozialhilfeempfänger ihren Strom bald nicht mehr bezahlen können. Im Regelsatz von 409 Euro sind für Strom 34,50 Euro pro Monat eingeplant. Im Gegensatz zu Miet- und Heizkosten müssen Hartz IV-Empfänger nämlich selber für die Stromkosten aufkommen. Doch laut einer Studie der Verbraucherzentralen reichen die 34,50 Euro oft nicht aus. Der Grund: Die Preise für Strom steigen an. Ausgehend von einem Alleinerziehenden mit Kind würden 50 Euro fehlen, weshalb der Zuschuss für Strom um 27 Prozent zu niedrig sei. Ein Einpersonenhaushalt zahlt für die Stromkosten 583 EUR im Jahr - das sind 39 Prozent mehr als der Regelsatz veranschlagt. „Schon bei durchschnittlichem Energieverbrauch und Durchschnittspreisen reicht die aktuelle Pauschale nur selten“, erklärt Stephanie Kosbab von der Verbraucherzentrale in NRW. „Menschen mit wenig Geld brauchen aber nicht automatisch wenig Strom – im Gegenteil: Gerade von ihnen verbrauchen manche schon deshalb relativ viel, weil sie zum Beispiel alte, ineffiziente Geräte nicht ersetzen können."

Hartz IV: Empfänger können Strom nicht mehr bezahlen - Regelsatz ist zu niedrigiStock

 

Hartz IV-Empfängern wird Stromanbieterwechsel oft verwehrt

Nun könnten Bezieher von ALG II ihren Stromanbieter wechseln. Doch da die Bonität eines Kunden wird geprüft wird, wird Hartz IV-Empfängern häufig ein Wechsel verwehrt. Sie sind also auf die teureren Versorger angewiesen. Der Verbraucherschutz fordert nun eine Anpassung des Regelsatzes. „Die eigenen Einflussmöglichkeiten vieler Betroffener sind sowohl beim Preis als auch beim Stromverbrauch eng begrenzt. Deshalb muss bei den Pauschalen dringend nachjustiert werden, um langfristigen Verschuldungen bei Energieversorgern mit Sperren und Zusatzkosten vorzubeugen", fordert Kosbab.

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