Arbeitslosengeld IIHartz-IV-Empfänger mit Familie leiden unter Sanktionen

Hartz IV-Sanktionen betreffen jeden 3. Haushalt mit Kindern und bedeuten für diese Familien ein Leben mit dem Armutssatz



Seit Oktober 2016 bis September 2017 wurden 954.000 gnadenlose Kürzungen des Leistungsanspruches bei Hartz-IV-Empfängern durch das Jobcenter vorgenommen. Davon betreffen 310.000 Sanktionen, fast ein Drittel, Familien mit Kindern. Auch vor Alleinerziehenden wird kein Halt gemacht: Jede 6. Sanktion betrifft Alleinerziehende mit  Arbeitslosengeld II, so berichtet die Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Parteichefin Katja Kipping. 
Diese Familien führen nun ein Leben unter dem Existenzminimum. 
Die Bundesagentur für Arbeit geht sogar noch weiter und veröffentlicht, dass durch die Sanktionen 1,9 Milliarden Euro in den letzten 10 Jahren gestrichen wurden.
Der Grund: verpasste Termine beim Amt oder beim Arzt, nicht genügend Bewerbungen, die Ablehnung von Jobangeboten oder das Verschweigen von Einkommensquellen – Sanktionen werden bei Verstößen gegen die Verhaltens- und Meldepflichten gemäß  Paragraf 31 des deutschen Sozialgesetzbuches verhängt.
Die Jobsuche und die Kinderbetreuung bilden dabei oft ein unvereinbares Paar. Trotz abgeschlossener Berufsausbildung und Jobangeboten ist es durch die gringe Anzahl von freien Kita-Plätzen oder durch spezielle Arbeitszeiten immer schwieriger geworden, sein Kind betreuen zu lassen. In Deutschland fehlen rund 300.000 Plätze in der Kindertagespflege und noch scheint keine Lösung in Sicht zu sein. 
Das Deutsche Kinderhilfswerk DKHW fordert daher, dass Familien mit minderjährigen Kindern vor solchen Sanktionen geschützt werden, da diese mit den UN-Kinderrechtskonventionen nicht vereinbar sind.

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