Hartz-IV Hartz IV-Empfängerin: So schlimm ist die Weihnachtszeit als alleinerziehende Mutter

Harzt-IV-Empfängerin Susan Kocakavuk lebt mit ihrer achtjährigen Tochter zusammen. Sie würde der Kleinen gerne ihren Weihnachtswunsch erfüllen, doch es fehlt an Geld.

Susan Kocakavuks Tochter Rüya wünscht sich einen Puppen-Kleiderschrank zu Weihnachten. Aber der kostet 60 Euro - Geld, das die alleinerziehende Mutter aus Nordrhein-Westfalen nicht hat, wie sie in einem Blogbeitrag der Huffington Post schreibt. Susan lebt von Hartz-IV und muss nach Abzug ihrer Fixkosten mit 380 Euro im Monat zurechtkommen. "Von diesen 380 Euro muss ich einkaufen gehen, Klamotten kaufen und für meinen Kater Futter kaufen. Täglich lebe ich mit der Angst, dass irgendetwas kaputt geht und Extrakosten auf mich zukommen. Dann wüsste ich nicht, wie ich über die Runden kommen soll", schreibt sie. Sie gönne sich nichts, kaufe ihre Kleidung bei Primark und die Lebensmittel bei Penny. 

Susans Tochter ist gehbehindert. "Ihr krankes Bein ist kleiner und kürzer als das gesunde Bein. Links hat sie Schuhgröße 37 und rechts 35." Rüya muss alle zwei Jahre operiert werden, da sonst der Längenunterschied zwischen ihren Beinen zu groß wäre. Sie braucht nach jeder Operation spezielle Orthesen-Schuhe, doch die sind teuer. "Ein Paar kostet zwischen 180 und 300 Euro. Die Versicherung bezahlt die Schuhe nicht, denn Rüya gilt nicht als schwerbehindert."

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Susan fühlt sich vom Staat im Stich gelassen

"Ich fühle mich vom Staat im Stich gelassen", schreibt Susan. "Ich wünschte, ein Politiker aus jeder Partei würde nur eine einzige Woche mit mir und meiner Tochter zusammenleben. Damit sie sehen, wie schwer es für uns ist, mit dem Hartz-IV-Gehalt zurecht zu kommen, wie wenig Geld uns im Monat bleibt."

Susan arbeitete als Filialleiterin einer großen Schuh-Kette, doch der Druck wurde zu groß. Sie jobbte nachts in einer Tankstelle, was mit Kind nicht kompatibel war. "Jetzt suche ich jeden Tag nach einer neuen Arbeit - und hoffe, dass mein Gehalt irgendwann für ein schönes Weihnachtsgeschenk für meine Tochter reicht." Die alleinerziehende Mutter hat für 2018 noch einen Wunsch: "Dass die Politiker endlich versuchen, uns zu verstehen."

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