Unrechtmäßige Zahlungen?Hartz-IV-Empfängerin soll nach RTL2-Auftritt Kita-Zuschüsse zurückzahlen

Nach ihrem Auftritt in der RTL2-Dokumentation "Hartz aber herzlich" soll die Hartz-IV-Empfängerin Alexandra Dürr nun Kitazuschüsse an ihren Arbeitgeber zurückzahlen.

484 Euro hatte die Hartz-IV-Empfängerin Alexandra Dürr aus Bitterfeld-Wolfen von ihrem Arbeitgeber erhalten, um die Kitakosten für ihren Sohn abzudecken. Die 27-Jährige hatte sich in einem Pflegebetrieb etwas dazuverdient, um die staatlichen Leistungen aufzustocken. 

Nach einem TV-Auftritt von Alexandra Dürr in der RTL2-Sendung "Hartz aber herzlich" fordert genau jener Betrieb nun die Zuschusszahlungen zurück. Der Grund: In der Sendung hatte Alexandra Dürr erklärt, dass die Kosten für die Kindertagesstätte bereits vom Amt bezahlt werden würden. Ihr Arbeitgeber ging daraufhin davon aus, dass sie die weiteren Zuschusszahlungen in Höhe von 484 Euro unrechtmäßig erhalten habe. 

Hartz-IV-Empfängerin soll nach TV-Auftritt Kita-Zuschüsse zurückzahlen
Alexandra Dürr soll Kita-Zuschüsse in Höhe von 484 Euro zurückzahlen.
Foto: Screenshot/ RTL2

In einem Schreiben an die Mutter, das der Mitteldeutschen Zeitung vorliegt, heißt es: "Aufgrund Ihrer Äußerungen im Fernsehbeitrag ,Hartz und herzlich’ mussten wir feststellen, dass Sie von der Komba ABI (Jobcenter, d. Red.) monatlich die Kita-Kosten in voller Höhe von 180 Euro erhalten, neben dem von uns seit 1. November 2016 an Sie monatlich geleisteten Kita-Zuschuss in Höhe von je 44 Euro. Somit erhalten Sie von uns eine Leistung, die Ihnen nicht zusteht."

Dürrs Arbeitgeber fordert nun die gesamte Summe zurück. Doch die Mutter widerspricht. Sie hätte die von ihrem Arbeitgeber gezahlte Summe dazu verwendet, die Tagesverpflegung ihres Sohnes in der Kita zu bezahlen. Diese wird durch die Zahlungen des Amts nämlich nicht abgedeckt und kostet im Monat zwischen 40 und 70 Euro.

Ihrer Schilderung nach ist der von dem Pflegeunternehmen gezahlte Zuschuss durch einen 2016 geschlossenen Vertrag geregelt worden. Um das Geld rechtmäßig zu erhalten, habe sie einen Nachweis über den Kitabesuch ihres zweijährigen Sohnes bei ihrem Arbeitgeber vorzeigen müssen. Dies habe sie getan. Nun hat sich Alexandra Dürr einen Anwalt genommen. Sie möchte die Zuschüsse nicht zurückzahlen. "Das würde mir sehr wehtun, 484 Euro sind viel Geld, das wir zum Beispiel für einen Urlaub verwenden könnten", erklärte die 27-Jährige.

Auf Anfrage der Mitteldeutschen Zeitung sagte der Fachanwalt für Arbeitsrecht Hermann Gloistein, dass die Mutter seiner Meinung nach zu Unrecht zu der Rückzahlung aufgefordert wurde.

Ein Kommentar des Pflegeunternehmens liegt aktuell nicht vor. Alexandra Dürrs Arbeitsvertrag ist allerdings im Oktober 2017 nach einem Jahr ausgelaufen. 

(ww8)

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