WohnungssucheHartz IV-Empfängerin über Jobcenter: So schwer ist es eine Wohnung zu finden

Hartz-IV-Empfängerin Sabrina Stein sucht seit Monaten nach einer passenden Wohnung in Hattingen, NRW. Durch die strengen Auflagen des Jobcenters scheint das unmöglich.

"Ich bin es leid, mich schikanieren zu lassen", so beginnt der Blogbeitrag auf der Huffington Post von Sabrina Stein. Die Mutter eines dreijährigen Sohnes sucht seit Monaten zusammen mit ihrem Lebensgefährten, einem Minijobber, eine Wohnung, die den Kriterien des Jobcenters gerecht wird. Das Paar möchte im Nordrhein-Westfälischen Hattingen bleiben, da das Kind dort aufgewachsen und mittlerweile fest verwurzelt ist. "Mein Sohn wird dieses Jahr vier Jahre alt. Er geht seit einem Jahr in den Kindergarten, er hat sich in Hattingen eingelebt. Ich möchte, dass er dort bleiben kann. Daher beschränkt sich unsere Wohnungssuche auf Hattingen", schreibt Sabrina. 

Die junge Mutter sei seit der Geburt ihres Sohnes Leistungsempfängerin und in den ersten drei Jahren alleinerziehend. "Mir ging es wie hunderttausenden Alleinerziehenden in Deutschland, die sich um ihre Kinder kümmern: Sie rutschen in die Armut, weil es für sie so schwer ist, einen Job zu finden."

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Die Wohnungen waren laut Jobcenter zu teuer

Sabrina wollte vor zwei Jahren, damals war sie noch alleinerziehend, in ihre Heimat, die Oberlausitz, zurückkehren und eine Wohnung im Haus ihrer Eltern beziehen. Doch die war dem Jobcenter neun Euro zu teuer und neun Quadratmeter zu groß. "Es wurde also nichts mit dem Umzug zu meinen Eltern. Ich lernte meinen aktuellen Freund kennen und wir beschlossen zusammenzuziehen."

Vor einigen Tagen hatte sie Glück - fast jedenfalls: Sabrina fand eine passende Wohnung, die Vermieterin gab ihr eine Zusage. "Ich habe mich wahnsinnig gefreut. Ich dachte: Das passt alles." Schließlich kam per Post die ernüchternde Absage des Jobcenters: Zwar liegt die Warmmiete mit 590 Euro unter der Grenze der gestatteten 661 Euro. Die Kaltmiete darf allerdings nur 400 Euro betragen - Sabrina Wunsch-Wohnung hätte aber 460 Euro kalt gekostet. 

"Da habe ich mich wahnsinnig geärgert. Ich verstehe das nicht. Jetzt stehen wir da und haben mal wieder Pech gehabt."

Wir wünschen Sabrina und ihrer Familie viel Glück bei der Suche - und hoffen auf einen kleinen Denkanstoß seitens des Jobcenters...

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