RäumungsklageHartz-IV-Familie: Berliner Vermieter wirft Eltern und vier Kinder raus

Eine Hartz-IV-Familie aus Berlin-Moabit musste ihre Wohnung wegen einer Räumungsklage des Vermieters verlassen.  

Eine Familie mit vier Kindern musste am letzten Donnerstag (28.3.) aus ihrer Wohnung in Berlin-Moabit ausziehen. Das berichtet der Tagesspiegel. Ein Gerichtsvollzieher forderte die Eltern, die Hartz-IV beziehen, auf, ihre Wohnung zu verlassen. Er drohte sogar mit einer Hundertschaft aus Polizisten. Der Vermieter beruft sich bei seiner Räumungsklage auf einen durch die Familie verursachten Wasserschaden. Auf Anraten ihres Anwalts verließen sie die Wohnung.

 

Hartz-IV-Familie aus Wohnung geworfen

Die vier Kinder (acht, zwölf, 14 und 16) und ihre Eltern gelten als integriert und wohnen in der Wohnung im Stadtteil Moabit seit fast zehn Jahren. Die älteren Kinder besuchen ein Gymnasium. Im Oktober 2018 kam es zu einem Wasserschaden in der Wohnung der Hartz-IV-Familie, die das Wasser schnell aufwischte. Doch der Vermieter setzte sogenannte Instandsetzungsarbeiten an, um den gesamten Fußboden erneuern zu lassen, da es sonst zu Schimmelbildungen kommen könne. Dafür sollte die sechsköpfige Familie ausziehen. Sie weigerte sich jedoch, da sie keine alternative Wohnung zur Verfügung hatte. Der Vermieter kündigte der Familie daraufhin und erhob die Räumungsklage. Weil die Familie darauf nicht reagierte, erging gegen sie ein Versäumnisurteil - obwohl laut die Familie laut ihres Anwalts nichts von der Klage wusste.

Die Vollstreckung hätte nur mit 17.000 Euro abgewendet werden können - eine viel zu hohe Summe für die Familie. Im Mai soll der Fall vor Gericht verhandelt werden. Die vier Kinder und ihre Eltern wollen nun versuchen bei Freunden unterzukommen. 

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