Verivox-Berechnung

Hartz-IV: Hohe Strompreise treiben ALG 2-Empfänger in Existenznot

Der Hartz-IV-Satz für 2021 enthält laut Verivox zu wenig Geld für Stromkosten bereit. Bundesweit liegt das Defizit bei etwa 22 Prozent. 

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Hartz-IV-Empfänger müssen im nächsten Jahr mit zu wenig Geld für Stromkosten rechnen. Das ergaben Berechnungen des Vergleichsportals Verivox. Demnach müssen Haushalte 2021 bis zu 197 Euro sparen, um die Stromkosten decken zu können. 

Verivox: Strompauschale für Hartz-IV-Empfänger zu niedrig

Der Regelsatz soll sich nach aktuellem Stand zum 1. Januar 2021 für alleinstehende Erwachsene um etwa 7 Euro auf 439 Euro pro Monat ändern. Davon sind 35,30 Euro für Stromkosten vorgesehen - zu wenig, sagt Verivox. Denn für Hartz-IV-Empfänger, die ihren Strom aus der Grundversorgung beziehen, übersteigen die tatsächlichen Stromkosten von 48,75 Euro monatlich den Regelsatz um 38 Prozent. "Die staatliche Unterstützung für die Stromkosten deckt nicht das Existenzminimum", kritisiert Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. 

Hartz-IV: Hohe Strompreise treiben ALG 2-Empfänger in Existenznot
Hartz-IV-Empfängern bleibt 2021 zu wenig Geld für die Stromrechnung. Foto: iStock/ra-photos

Regionale Unterschiede bei der Stromlücke

Die Versorungslücke unterscheidet sich in Deutschand stark:

  • ALG-2-Empfänger in Schleswig-Holstein müssen in der Grundversorgung jeden Monat 51,75 Euro für Strom aufwenden - das seien laut Verivox 47 Prozent mehr als vorgesehen, weshalb sich die Summe innerhalb eines Jahres aus 197 Euro belaufe.
  • In Hamburg betragen die monatlichen Kosten 51,33 Euro,
  • in Baden-Württemberg auf 49,92 Euro,
  • in Bremen ist die Strompauschale um 25 Prozent zu niedrig angesetzt
  • in Mecklenburg-Vorpommern um 19,4 Prozent.

Fehlbetrag steigt von Jahr zu Jahr

Der Fehlbetrag zur Stromversorgung wächst: Hartz-IV-Empfängern fehlten 2019 noch 101 Euro für die Stromrechnung, 2020 beträgt die Lücke schon 115 Euro. 2021 wird sie um 46 Euro auf 161 Euro in der Grundversorgung steigen.

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