BerlinHartz IV-Empfänger darf nicht arbeiten, weil er zu alt ist!

Der Berliner Robert Schäfer lebt von Hartz IV. Er möchte arbeiten, doch das Jobcenter lässt ihn nicht - weil er mit 58 Jahren angeblich zu alt ist.

Seit zwei Jahren bekommt Robert Schäfer Hartz IV. Der Wahl-Berliner möcht gerne arbeiten - und er ist hoch qualifiziert: Gelernter Stoffprüfer für Chemie und Keramik, sowie staatlich geprüfter Keramiktechniker und Fachleiter. Doch der 58-Jährige sei laut der Agentur für Arbeit schwer vermittelbar, da er zu alt sei. „Das Jobcenter hat mich abgeschrieben. Ich bin nicht vermittelbar, weil ich schon 58 bin. Dabei ist der Fachkräftemangel doch so groß", erzählt Schäfer Bild.de.

arbeitsagenturiStock

 

Schäfer fühlt sich vom Jobcenter im Stich gelassen

Über zwanzig Jahre war Schäfer Bereichsleiter bei Villeroy & Boch, später dann Werksleiter in der Boizenburger Fliesenfabrik. Mit seiner Energieberatungsfirma ProWohnKlima machte er sich 2006 selbstständig und zog von Lübeck nach Berlin. „Ich dachte, hier ist mein Fachwissen gefragt, weil ja so viel neu entsteht und überall gebaut wird“, sagt er. Ein Trugschluss. „Zu viele Firmen bieten selbst Energieberatungen an, als Externer hat man es schwer.“

Robert Schäfer kämpfte, schrieb unzählige Bewerbungen - aber keine Firma wollte den 58-Jährigen anstellen. Und das Jobcenter unterstütze ihn nicht genug: "Die verwalten mich nur und überweisen mir Geld. Aber ich bräuchte Unterstützung, vielleicht eine Idee, was ich machen könnte", sagt Schäfer. Ihm sei klar, dass er keine 20 mehr sei, aber "auf der anderen Seite habe ich so viel zu geben, so viel Erfahrung, so viel Fachwissen."

Ein Sprecher des Jobcenters begründete die schwere Arbeitssuche mit dem fehlendem Umdenken der Unternehmen.

Robert Schäfer will nicht aufgeben: "Irgendwo werde ich ganz sicher gebraucht."

Kategorien: