Keine Kürzungen mehr?Hartz-IV-Sanktionen: Paritätischer Wohlfahrtsverband fordert Abschaffung

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert jetzt die Abschaffung der Sanktionen, die Jobcenter und Arbeitsämter gegen Hartz-IV-Empfänger aussprechen. 

In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 ist die Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Insgesamt waren es 718.803 Fälle. 2016 waren es 14.410 Sanktionen weniger. Es gab also einen Anstieg um ungefähr 2 Prozent. 

Im September 2017 war die Zahl der Hartz-IV-Sanktionen so hoch wie noch in keinem anderen Monat zuvor seit der Einführung von Hartz IV. Es gab ganze 91.590 Fälle. Der Grund für die starke Zunahme der Sanktionen im September wird von der Bundesagentur für Arbeit auf das Ende der Sommerpause zurückgeführt. Viele Hartz-IV-Empfänger hätten Urlaub genommen. Drei Wochen stehen Beziehern zu. Diese Ortsabwesenheit muss allerdings dem Amt zuständigen mitgeteilt werden, damit die Beiträge nicht gestrichen werden.

Unter anderem werden Hartz-IV-Empfänger die Beiträge gekürzt, weil sie Jobangebote nicht annehmen oder aber nicht dazu bereit sind, eine Fortbildung zu machen. Auch das Verschweigen einer anderen Einkommensquelle ist ein Grund für Kürzungen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert jetzt, Hartz-IV-Sanktionen vollständig abzuschaffen. Gegenüber dem MDR-Magazin "Exakt" sagte Arbeitsmarktreferentin Tina Hoffmann: "Sanktionen stürzen viele Menschen in existenzielle Not und Bedrängung - das kann zu Obdachlosigkeit führen." Weiter erklärte Frau Hofmann: "Das darf sich der Sozialstaat nicht leisten."

Im Schnitt wurden den Betroffenen zwischen Januar und September 2017 die Hartz-IV-Leistungen um 108 Euro gekürzt. Es gab aber auch 7.342 Hartz-IV-Empfänger, die aufgrund mehrerer Sanktionen gar keine Zahlungen mehr erhalten haben. 

 

(ww8)

 

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