Arbeitslosengeld IIHartz-IV-Satz deckt erhöhte Stromkosten nicht

Ab Januar steigt zwar der Hartz-IV-Satz um sieben Euro an - doch die Stromkosten werden damit immer noch nicht gedeckt.

Die Stromkosten eines Single-Haushalts belaufen sich durchschnittlich auf 40,50 Euro im Monat (wenn man vom Jahresverbrauch von 1.500 Kilowattstunden ausgeht, also 486 Euro pro Jahr). Hartz-IV-Empfängern wird eine bestimmte Summe für diese Kosten zur Verfügung gestellt - doch die liegt unter diesem Betrag.

 

Hartz-IV-Regelsatz steigt im Januar um 1,7 Prozent

Zwar steigt zum Januar 2018 der Hartz-IV-Satz für Alleinstehende von 409 Euro auf 416 Euro an (für Paare wird der Hartz-IV-Satz auf 374 Euro pro Person erhöht). Doch für die Stromrechnung sind dann immer noch nur 35,09 Euro vorgesehen. Wie kann das sein?

Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 erhöhte sich der vorgesehene Regelsatz schrittweise um 21 Prozent. Parallel dazu erhöhten sich die Strompreise allerdings um durchschnittlich 51 Prozent, wie das Vergleichsportal Verivox berichtet.

 

Stromkosten: bis zu 132 Euro pro Jahr aus eigener Tasche zahlen

"Durchschnittlich 9,25 Euro im Monat müssen Hartz-IV-Empfänger, die noch nie ihren Anbieter gewechselt haben, an anderer Stelle einsparen, um ihre Stromkosten begleichen zu können", erklärt Mathias Köster-Niechziol von Verivox. In Ostdeutschland sind es sogar 11,08 Euro (also rund 132 Euro im Jahr).

Doch grundsätzlich gilt: Die Kluft zwischen dem zu zahlenden Strombetrag und dem vorgesehenen Hartz-IV-Betrag variiert von Bundesland zu Bundesland. Ein paar Beispiele:

  • In Brandenburg müssen (alleinlebende) Hartz-IV-Empfänger pro Monat knapp 39 Prozent mehr für Strom ausgeben - nämlich 48,66 Euro - als es der Regelsatz vorgibt - nämlich 35,09 Euro.
  • In Mecklenburg-Vorpommern sind es über 34 Prozent.
  • In Thüringen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt sind um die 30 Prozent.
  • In Bayern und Berlin knapp 29 Prozent.
  • In Hamburg rund 28 Prozent.
  • In Rheinland-Pfalz knapp 27 Prozent.
  • In Niedersachsen knapp 25 Prozent
  • In Hessen und im Saarland etwa 24 Prozent.
  • In Baden-Württemberg sind es 23,6 Prozent.
  • In Nordrhein-Westfalen sind es rund 22 Prozent.
  • In Bremen sind es knapp 17 Prozent.

Wollen Hartz-IV-Empfänger zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln, gestaltet sich das schwierig. Denn Hartz-IV-Empfänger haben eine geringere Bonität bei Stromanbietern als andere Verbraucher. So kommt es, dass die Ärmsten die höchsten Stromkosten zahlen müssen.

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(ww7)

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