AltersarmutHartz IV von immer mehr Rentnern beantragt

Immer mehr Senioren müssen ihre Rente mit Hartz IV aufstocken. Vor allem Frauen sind von dem Trend zum Alters-Hartz IV betroffen.

Inhalt
  1. 14,6 Prozent aller deutschen Älteren leben mit hohem Armutsrisiko
  2. 350.000 Senioren auf Tafel angewiesen
  3. 2036 wird jeder 5. von Altersarmut betroffen sein

Die Renten reichen den meisten Menschen kaum noch zum (über)leben aus. Wie eine Befragung der Stadt München nun ergab, hat sich in der bayerischen Landeshauptstadt die Zahl von Rentnern, die mit Hartz IV-Leistungen aufstocken müssen, in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Allein in München sind das rund 20.000 Rentner, die mit dem Arbeitslosengeld II aufstocken müssen, wie das zuständige statistische Landesamt berichtet.

 

14,6 Prozent aller deutschen Älteren leben mit hohem Armutsrisiko

Rund 40 Prozent aller Rentner (über 65 Jahre) in München haben Angst, sozial abzurutschen, wie die Umfrage ergab. Diese Angst ist in vielen Fällen berechtigt: Laut dem aktuellen Armutsbericht der Stadt München leben 22,2 Prozent der Rentner tatsächlich mit einem "hohen Armutsrisiko." Bundesweit sind es 14,6 Prozent.

Hohe Mieten und steigende Lebenshaltungskosten machen Rentnern das Leben in Großstädten schwer. Als "armutsgefährdet" werden Rentner eingestuft, die netto unter 958 Euro pro Monat erhalten. Unter den regelmäßigen Besuchern von Tafeln für kostenfreies Essen ist jeder Vierte Rentner - das macht deutschlandweit 350.000 bedürftige Senioren, wie SPIEGEL Online berichtet.

 

350.000 Senioren auf Tafel angewiesen

Besonders betroffen sind nach wie vor Frauen aus den neuen Bundesländern und Alleinerziehende. Auch Langzeitarbeitslose und Menschen ohne Berufsausbildung gehören zur Risikogruppe.

Schon zum Jahresende 2013 waren rund 500.000 Rentner über 65 Jahren auf staatliche Hilfen angewiesen, wie das Statistische Bundesamt damals meldete. Seitdem ist die Zahl kontinuierlich gestiegen. Laut einer aktuellen Studie von Bertelsmann wird im Jahr 2036 jeder fünfte 67-Jährige von Altersarmut betroffen sein.

 

2036 wird jeder 5. von Altersarmut betroffen sein

Die Rentenkassen seien zwar im Jahr 2017 so gut gefüllt wie noch nie. Gleichzeitig profitieren davon (ehemalige) Geringverdiener am wenigsten. Zudem steigt die Anzahl der Rentner, da die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre ihre Berufslaufbahnen nun beenden.

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(ww7)

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