RTL2-Sozialdoku"Hartz und herzlich": Familie muss für Rummelbesuch eine Woche hungern

Ute aus Salzgitter zeigt in der Sozialdokumentation „Hartz und herzlich“ auf RTL2 ihr Leben an der Armutsgrenze. Trotz des Geldmangels möchte sie sich und ihren zwei Kindern Urlaube und Rummelbesuche ermöglichen.  

Die RTL2-Sozialdokumentation „Hartz und herzlich“ begleitet in den neuen Folgen Menschen in Salzgitter. In Lebenstedt, dem größten Stadtteil der niedersächsischen Stadt, stehen die Arbeiterblocks. Die Mieten hier sind sehr gering, weshalb die Häuser vor allem sozialschwachen Menschen ein Zuhause bieten. Ute ist seit acht Jahren arbeitslos und ist zweifache Mutter. Mit ihren Kindern lebt sie am Existenzminimum. Etwa 300 Euro hat sie im Monat zum Leben zur Verfügung. Dennoch möchte sie sich und ihren Kindern immer mal wieder etwas gönnen. Das kann man Ute eigentlich nicht vorwerfen, immerhin sollten auch ihre Kinder schöne Kindheitserinnerungen sammeln dürfen.

Daher entschließt sie sich für einen Familienausflug auf den Rummel, ein nicht ganz so günstiges Vergnügen. „Also wenn ich weiß, dass so was kommt im Jahr, dann plan ich das immer mit ein, damit ich weiß, ein bisschen hab ich was für die Kinder, damit die ein bisschen Spaß haben können“, erklärt Ute. Trotzdem gibt die Familie etwa ein Fünftel des Monatsbudgets für Fahrgeschäfte und Süßigkeiten aus. Doch Ute ist sich immer noch sicher: „Für die anderen restlichen Wochen hab ich noch genug Geld da. Das passt alles ganz gut.“

 

Kein Geld für Essen

In der letzten Monatswoche sieht die Realität allerdings etwas anders aus. Es ist kein Geld mehr übrig. Die knapp 40 Euro, die Ute mit ihren Kindern auf dem Rummel gelassen hat, könnte sie jetzt gut gebrauchen. „Ich hab jetzt gar kein Geld mehr. Ich bin jetzt komplett pleite. Ich hab sogar minus 76 Cent auf dem Konto. Was eigentlich noch nie gewesen ist. Mein Konto ist gar nicht darauf ausgelegt Minus zu machen. Hab ich aber leider“, fasst Ute ihre Situation zusammen.

 

Wellensittiche und Urlaub in Frankfurt

Ein anderer Grund für den finanziellen Engpass sind Utes Ratenkäufe in einem Online-Kaufhaus. Gerade hat sie sich einen Vogelkäfig für 104 Euro und zusätzliches Zubehör angeschafft, statt alte Raten abzuzahlen, denn Ute hätte gerne zwei Wellensittiche.

Aktuell zahlt sie monatlich 170 Euro nur für Raten. Insgesamt muss Ute 3600 Euro beim Online-Kaufhaus abbezahlen. Diese will sie jetzt auf 48 Monate verlängern, so dass sich ihre Zahlungen auf 70 Euro im Monat reduzieren. Gesagt, getan. Mit dem neuen finanziellen Puffer geht es wenige Tage später für die dreiköpfige Familie erst einmal für vier Tage in den Urlaub nach Frankfurt am Main.

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