"Die soll ihren Arsch bewegen!" "Hartz und herzlich": Hartz-IV-Empfängerin Leonie pöbelt gegen Angela Merkel

Hartz-IV-Empfängerin Leonie aus der RTL-II-Doku "Hartz und herzlich" lebt seit über 20 Jahren von Sozialhilfe und ätzt jetzt öffentlich gegen Angela Merkel. 

"Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel", so beschreibt die 60-jährige Leonie ihr Leben als Hartz-IV-Empfängerin. Gemeinsam mit ihrer Nachbarin wird die gebürtige Niedersächsin in dem sozialen Brennpunkt Salzgitter-Lebenstedt von einem Kamerateam von RTL II für die Doku "Hartz und herzlich" begleitet. Leonie und ihr 22 Jahre jüngerer Ehemann Sven leben von 600 Euro im Monat - zu wenig, findet sie. "Das Geld reicht nicht bis zum Monatsende", klagt sie. "Wenn man schon nichts mehr hat, muss man auch noch Rechnungen bezahlen."

 

Seit über 20 Jahren arbeitslos

Leonie traut sich zum Beispiel nicht, zum Arzt zu gehen. "Als Hartz-IV-Empfänger muss man die Medikamente ja selbst bezahlen"; sagt sie. "Also irgendwo hört's auf!" Neben 600 Euro Sozialhilfe monatlich zahlt das Arbeitsamt aber auch die Fixkosten wie Miete und Heizung, dass erwähnt Leonie allerdings nicht. 

Die 60-Jährige ist unzufrieden mit ihrem Leben und verlangt Veränderung vonseiten der Politik. Besonders Angela Merkel steht im Fokus ihrer Kritik. "Die Frau Merkel soll ihren Arsch bewegen, Hartz IV wieder weg und das andere Geld wieder ran", fordert sie. "Die D-Mark war eh besser."

Um am eigenen Leib zu spüren, wie hart das Leben als Hartz-IV-Empfängerin ist, fordert Leonie: "Die Bundeskanzlerin soll auf die Straße gehen und mal zusehen, dass sie selber Hartz IV bekommt, dann sieht sie mal, wie das ist." Wie bedrückend ein Leben in Armut ist, wissen die Bewohner von Salzgitter-Lebenstedt nur zu gut. Mit 9,4 Prozent liegt die Arbeitslosenquote dort weit über dem Bundesdurchschnitt. 

 

Ältere Hartz-IV-Empfänger finden kaum einen Job

Dass sich Leonie aus eigener Kraft aus ihrer Lebenssituation befreien kann, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Denn laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes finden gerade mal 16 von 1000 Menschen wieder einen Job, die länger als ein Jahr arbeitslos waren. Für Menschen über 60 wie Leonie sieht es sogar noch schlechter aus. Laut einer Duisburger Studie des Arbeitsmarktforschers Martin Brussig haben es ältere Menschen noch schwerer einen neuen Job zu finden. 

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