RTL2-Sozialdoku"Hartz und herzlich": Thomas kann mit unter 2,0 Promille im Blut nicht überleben

Zurzeit ist RTL2 mit der Sozialdokumentation „Hartz und herzlich“ in Salzgitter unterwegs. Einer der Menschen, den die Kameras da in ihrem Alltag begleiten ist Thomas. Er ist Spiegelalkoholiker und ist ohne 2,0 Promille im Blut nicht lebensfähig.

Thomas ist Frührentner. Mit nur 330 Euro muss er im Monat über die Runden kommen. Neben der Armut machen ihm Einsamkeit und Langeweile zu schaffen. Seine Eltern und sein Bruder kamen vor vielen Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Seither ist er alleine. Seine Sorgen ertränkt er im Alkohol. Er ist Spiegelalkoholiker. Ohne einen bestimmten Pegel ist er nicht in der Lage seinen Alltag zu bewältigen. Daher besteht seine Tagesaufgabe stets darin Nachschub kaufen zu gehen.

 

2,3 Promillie sind normal

Schon seit 30 Jahren ist Thomas abhängig, sieht sich selbst aber nicht als Alkoholiker. „Ich gebe es zu, dass ich alkoholkrank bin. Aber ich sehe mich nicht als Alkoholiker, so lang ich noch geradeaus laufen kann“, meint der ehemalige Metallbauer. Einmal die Woche besucht Thomas die Suchtberatung. Seine Betreuerin dort ist bereits zu einer wichtigen Bezugsperson für ihn geworden. Bei jedem Treffen misst sie Thomas Atemalkoholgehalt. Dieses Mal liegt er bei 2,3 Promille.

Thomas hat zehn Jahre auf der Straße gelebt. Mit seiner Sozialwohnung ist er nun total überfordert. Alleine wird er dem Chaos einfach nicht Herr. Es schimmelt in vielen Ecken und das Bad ist kotverdreckt. Daher hat seine Betreuerin eine Großreinigung organisiert. Thomas ist von dem Vorhaben allerdings nicht sonderlich begeistert. „Weil in meiner Wohnung, ohne meine Anwesenheit hat da keiner was zu suchen“, erklärt er dem Kamerateam.

 

Die Spuren der Einsamkeit

Als die Reinigungskräfte nicht pünktlich um Punkt neun Uhr vor der Tür stehen, wird Thomas nervös. Ihm sind seine Aufregung und Angst deutlich anzumerken und er sucht nach Gründen die Aktion schlecht zu reden. Doch am Ende hat Thomas Spaß an der Aufräumaktion und hilft sogar mit. Er macht seine Lieblingsmusik an, schwingt den Besen und bringt den Müll vor die Tür. „Mir macht das auch Spaß, wenn ich nicht alleine bin“, erzählt er strahlend und bringt damit selbst die Ursache seines Leidens perfekt auf den Punkt.

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