RuhrgebietHebammen-Mangel: Klinik in Haspe muss Geburtshilfe schließen

Das evangelische Krankenhaus Haspe, kurz "Mops" genannt, schließt Ende März 2018 seine Geburtshilfe. Der Grund ist ein akuter Hebammen-Mangel.

Die Geburtenstation des Krankenhaus Haspe, auch "Mops" genannt, im östlichen Ruhrgebiet, wird Ende März 2018 schließen. Das gab Markus Bachmann, Vorstand der Evangelischen Stiftung Volmarstein, zu der das Hasper Hospital gehört, bekannt. "Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht und wir bedauern sehr, dass bald am Mops keine Babys mehr geboren werden."

Bereits im Sommer musste die Geburtshilfe eine Woche zwangsweise schließen, da es nicht genug Personal gab und eine 24-Stunden-Betreuung nicht gesichert war. Damals zeigt sich Frank Bessler, medizinischer Geschäftsführer am Mops, noch zuversichtlich: "Wir wollen keine Panik schüren und sagen auch ganz klar: Wir haben nicht vor, die Geburtsklinik zu schließen“, sagte Bessler der Westfalenpost. "Aber wir stehen vor einem schwierigen Problem. Wir haben große Schwierigkeiten, Hebammen zu finden. Aufgrund von Ausfällen durch Erkrankungen und Schwangerschaften ist jetzt ein akuter Personalmangel entstanden."

Chefarzt Dr. Jacek Kociszewski äußerte sich ebenfalls zu der Schließung der Kreissäle: „Wir haben ein tolles Team in unserer Geburtshilfe. Die Mitarbeiterinnen prägen mit viel Engagement und hoher Fachlichkeit diese Abteilung. Dafür sind wir sehr dankbar. Dennoch gibt es leider aus den genannten Gründen keine andere Perspektive.“

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Akuter Mangel an Hebammen in Deutschland

Tatsächlich ist die Zahl der Hebammen in Deutschland sehr niedrig. 2016 waren es laut Hebammenverband noch etwa 20.000 freiberufliche Hebammen, davon arbeiten knapp 2000 als Beleghebammen, die von Kliniken engagiert werden. Die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsabteilungen hat sich seit 2014 von 952 auf 709 reduziert. Allerdings hat Deutschland in Relation zur Gesamtbevölkerung nicht zu wenig Geburtenstationen. Das Problem liegt in den überfüllten Kreissälen von Großstädten (wie etwa Berlin), wo es an Personal fehlt.

Zudem liegen die Gesetzlichen Krankenkassen und Hebammen im Streit. Eine Berliner Schiedsstelle, die zwischen beiden Parteien vermitteln sollte, entschied nun, dass Hebammen nur noch die Betreuung von zwei Frauen gleichzeitig abrechnen können, "ungeachtet der aktuellen personellen Situation in der jeweiligen Klinik". Der Hebammenverband befürchtet, dass die neue Regel gravierende Auswirkungen auf die geburtshilfliche Versorgung von Frauen in Deutschland haben werde. 

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