GeldHeizungsausfall: Mietminderung von bis zu 100 Prozent möglich

Wenn die Heizung in Wintermonaten ausfällt, ist eine Mietminderung von bis zu 100 Prozent möglich - unabhängig davon, ob der Vermieter Schuld ist.

Es ist ein altes Gerichtsurteil - aber nach wie vor gültig: Fällt die Heizung einer Wohnung in den Wintermonaten aus, kann die Miete um bis zu 100 Prozent gemindert werden. Denn unbeheizte Räume gelten als "praktisch unbenutzbar in kalten Monaten."

 

Vermieter sind für Heizung zuständig

Das entschied das Landgericht Hamburg am 15. Mai 1975 (Aktenzeichen: 7 O 80/74). In dem speziellen Fall war die Ölheizung einer Wohnung ausgefallen. Die Vermieterin reparierte sie nicht, obwohl der Mieter ihr den Ausfall gemeldet hat.

Das Argument der Vermieterin: Sie wäre nicht Schuld an dem Heizungsausfall, sondern ein Nachbar. Er habe die Ölsteigeleitung wegen eines Streits mit der Mieterin durchgeschnitten. Da die Vermieterin auch nach mehrfacher Meldung die Miete nicht minderte, zahlte die Mieterin nur noch einen Teil der Miete. Die Vermieterin verklagte sie daraufhin: Die Mietminderung sei nicht gerechtfertigt. Es sei nicht ihre Sache, für eine beheizte Wohnung zu sorgen.

 

Heizungsausfall: In Wintermonaten Mietminderung von 100 %

Diese Argumentation wies der Richter allerdings zurück. Ein Heizungsausfall sei ein erheblicher Mangel. Zwischen September und Februar dürfe die Mietminderung sogar satte 100 Prozent betragen. Die Begründung des Richters: Gerade in der kalten Jahreszeit halten sich Menschen viel in der Wohnung auf. Unbeheizt sei sie allerdings "praktisch unbenutzbar" für den Mieter. Außerhalb der Winterzeit sei eine Mietminderung bei Heizungsausfall um mindestens 50 Prozent möglich.

Ein weiteres Argument der Vermieterin - die Mieterin hätte ja von Öl- auf Kohle- oder Koksbasis umsteigen können - wies der Richter ebenfalls ab: Kein Vermieter darf vom Mieter verlangen, dass er seine Heizungsart umstellt. Solch eine Umstellung ist die Aufgabe des Vermieters - übrigens auch unabhängig davon, ob die betroffenen Räumlichkeiten zu Privat- oder zu Gewerbezwecken genutzt werden.

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(ww7)

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