FamilieHelikoptereltern: Teenager berichtet, wie ihn seine überbehütenden Eltern zum Therapiefall machten

Wie ist es, mit Helikoptereltern aufzuwachsen? Ein Teenager erzählt von seinen überbehütenden Eltern und wie sie ihn zum Therapiefall machten.

Als Eltern wollen wir für unsere Kinder nur das Beste. Wer sein Kind jedoch ständig umsorgt, überwacht und sie zur Unselbstständigkeit erzieht, geht zu weit. Sogenannte „Helikoptereltern“ richten mehr Schaden an, als ihnen bewusst ist.

Wie schlimm es ist, unter einer Glasglocke isoliert aufzuwachsen, berichtete jetzt ein Teenager im Gespräch mit dem SPIEGEL. Wie der Junge sagt, machten ihn seine Eltern zum Therapiefall.

„Ich bin 19 Jahre alt, mache dieses Jahr mein Abitur, und habe sehr viele Probleme mit meinen Helikoptereltern. (…) Viele wissen gar nicht, was sie ihren Kindern mit diesem Kontrollwahn antun.“

 

Klassenreisenskepsis und Arbeitsverbot

Der Teenager, der unerkannt bleiben will, erzählt, wie seine Eltern ihn früher von Klassenfahrten ausschließen wollten – als Sicherheitsmaßnahme sozusagen, denn sie machten sich zu große Sorgen, dass ihrem Sohn etwas passieren könnte. In der fünften Klasse konnte die Lehrerin des Teenagers die zweifelnden Eltern noch überreden, ihren Sohn mitreisen zu lassen, in der sechsten Klasse musste er zu Hause bleiben.

Auch später ließen seine Eltern ihm kaum Freiheiten. Seine erste Freundin musste der Teenager geheim halten, während der Abiturvorbereitungen wurde der Nebenjob verboten, der Teenager wurde vom Sport abgemeldet.

Mit der Folge, dass der Teenager seine ganze Schulzeit über Außenseiter war, wie er dem SPIEGEL erzählte: „Ich war immer der Außenseiter, wurde sozial ausgeschlossen, habe immer wieder Freunde und den Anschluss an Cliquen verloren, weil ich ständig absagen musste oder von vornherein nicht dabei sein konnte. Irgendwann meldeten sich die Leute dann nicht mehr.“

Der Junge macht mittlerweile eine Psychotherapie. Zwischen ihm und seinen Eltern herrsche ein „aggressiver Grundton“  sagt er. Wenn er später mal Kinder habe, werde er auf keinen Fall so streng und konservativ sein.

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